LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Im Kino: „Glass“, eine Art Fortsetzung zu „Split“ und „Unbreakable“

Regisseur M. Night Shyamalan wurde 1999 mit seinem Film „Sixth Sense“ weltweit bekannt. Es folgte ein weiterer guter Film „Unbreakable“ (2000), aber dann drehte er eigentlich nur noch schlechte Filme, wie „Signs“, „Lady in the Water“, „The Last Airbender“ und mit „After Earth“ (2013) einen der schlechtesten Filme aller Zeiten. Es wundert, dass trotzdem Produzenten an ihm festhielten und er weiter Filme drehen durfte, auch wenn er seine Filme zum Teil mitfinanzierte. Mit „The Visit“ (2015) und „Split“ (2016) konnte er sein filmisches Niveau leicht erhöhen. Dass er jetzt aber mit „Glass“ eine Art Fortsetzung zu „Unbreakable“ und „Split“ realisiert hat, wäre im Prinzip eine interessante Sache, nur klappt die Art und Weise nicht, und der neuen Geschichte fehlt es an allen Ecken und Enden an Logik.

David, Kevin und Mister Glass

David Dunn (Bruce Willis) überlebte in „Unbreakable“ als einziger ein Zugunglück und wurde unzerbrechlich, mit der zusätzlichen Begabung, die Verbrechen eines Menschen bei einer einfachen Berührung zu erkennen. Er betreibt nun mit seinem Sohn Joseph (Spencer Treat Clark; er spielte 2000 bereits diese Rolle) ein Geschäft mit Sicherheitsartikeln. Mit einem Regenponcho bekleidet, geht er auf die Suche nach Verbrechern, während sein Sohn ihn mit wichtigen Informationen über Funk versorgt.

Kevin Wendell Crumb (James McAvoy) hat den Film „Split“ überlebt, und als Psychopath mit multipler Identitätsstörung wiederum vier Mädchen entführt. Dunn begegnet ihm und kann die Mädels befreien. Beim Kampf gegen Kevin oder dem „Biest“, das in ihm lebt, wie noch weitere 23 Persönlichkeiten, werden beide von Sicherheitskräften ins Reich der Träume befördert. In einem psychiatrischen Institut wachen sie auf. Hier beschäftigt sich die Psychiaterin Ellie Staple (Sarah Paulson) mit Menschen, die sich für Superhelden halten. Seit Jahren vegetiert hier auch Elijah Price, alias Mister Glass (Samuel L. Jackson), jener Psychopath, der in „Unbreakable“ das Zugunglück herbeiführte. Seine Knochen sind sein Handicap, denn bei jedem Schock können sie wie Glas zerbrechen. Staple versucht den drei ihre Superkräfte auszutherapieren. Zudem tauchen auch noch Elijahs Mutter (Charlayne Woodard; sie spielte auch seine Mutter in „Unbreakable“ und ist in Wirklichkeit jünger als Jackson) und Casey Cooke (Anya Taylor-Joy) auf, jenes Mädchen, das Kevin in „Split“ entführte.

Konfus

Zuerst muss man feststellen, dass außer Dunn niemand ein Superheld ist. Kevin ist ein Psychopath, der kaltblütig Menschen ermordet und dabei übermenschliche Kräfte entwickelt. Er gehört lebenslänglich weggesperrt. Glass ist lediglich ein guter Menschenkenner, der durch das Lesen zu vieler Comics an Superhelden glaubt. Er ist das Mastermind, das alle Fäden zieht und auch nach 18 Jahren der Internierung die Computer wie der allerbeste Hacker beherrscht - vielleicht ist er deswegen ein Supermann. Außerdem fragt man sich, wie er aus seiner Zelle rauskommt. Lediglich Dunn kann man als Helden bezeichnen, denn er setzt seine Fähigkeiten ein, Menschen in Bedrängnis zu helfen. Somit bewegt sich die Geschichte auf einem sehr wackligen und nicht gerade logischen Konzept.

Zudem redet Kevin immer von „der Horde“ in Zusammenhang mit seinen Persönlichkeiten. Warum Shyamalan dieser Horde eine andere, eine reale Bestimmung erteilt, gehört ebenso in den Bereich der Unlogik, denn Staple kannte Kevin zuvor ja nicht, also auch nicht diesen Begriff.

Vom Besuch von „Glass“ kann man getrost absehen, und Shyamalan wäre zu raten, seine kommenden Drehbücher auf Logik überprüfen zu lassen oder einfach das Filmedrehen sein zu lassen!