LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Streit um Standortentscheidung für CGDIS-Rettungszentrum im Industriegebiet Riedgen basiert wohl vor allem auf mangelnder Kommunikation

Gestern hat der Düdelinger Bürgermeister Dan Biancalana noch einmal in einer Radiosendung bekräftigt, dass seine Stadt bereits ein Grundstück für ein Rettungszentrum der Kategorie IV des nationalen Rettungskorps CGDIS für Düdelingen und Bettemburg ausgewählt hat und das Planungsverfahren bereits läuft - trotz der von Bettemburg öffentlich ausgesprochenen Zweifel an dem Standort.

Schon lange abgemacht

Schon vor der Gründung des CGDIS gab es eine Übereinkunft ein gemeinsames Rettungszentrum für beide Gemeinden zu bauen. Nach der Reform des Rettungsdienstes sind die Kommunen formal „raus“ aus der Entscheidungsfindung. Die Standortwahl und der Bau sind juristisch gesehen allein Sache des Großherzoglichen Rettungskorps. Dies hatte schon Innenministerin Taina Bofferding im Mai in einer Antwort auf eine parlamentarische Frage des Bettemburger Schöffen und DP-Abgeordneten Gusty Graas festgestellt. Das Innenministerium sei gegenüber dem CGDIS eine Kontroll- und keine Entscheidungsinstanz mehr.

Das vom CGDIS und der Stadt Düdelingen ausgewählte Grundstück liegt im Industriegebiet Riedgen, in direkter Nähe zu den Autobahnen A3 und A 13 sowie großen Industriebetrieben wie „Husky“. Eigentlich hervorragend an den Verkehr angebunden. Dennoch, der Mangel an Begeisterung der Gemeinde Bettemburg ist durchaus nachvollziehbar. Aus ihrer Sicht liegt die neue Rettungswache auf der östlichen Seite von Düdelingen - und damit der von Bettemburg abgewandten Seite. Bettemburg hatte ein sehr zentrales Grundstück im Gewerbegebiet Scheleck II angeboten. Nach Meinung des CGDIS gibt es in diesem Umfeld aber ein zu hohes Verkehrsaufkommen, das Unfall- und Staugefahr mit sich bringen würde.

Abgelegen oder strategisch günstig?

Das „Journal“ fragte gestern noch einmal beim Bettemburger Schöffen Graas nach. Es sei unbestritten dass das CGDIS der Bauherr sei, dennoch habe seine Gemeinde deutliche Zweifel an der Standortwahl. Für die Bettemburger sei das einfach „zu weit weg.“ Aus dem Gespräch ging aber klar hervor, dass der Schöffenrat von Bettemburg den Partnern einen Mangel an Kommunikation vorwirft. Bettemburg sei weder informiert, noch ein Brief an die Innenministerin beantwortet worden. Ein klärendes Gespräch zwischen allen Partnern hätte geholfen die Unstimmigkeiten zu beseitigen, so Graas.

Alain Becker, Vorsitzender des Verwaltungsrates der CGDIS, hatte die Entscheidung pro Düdelingen in einem Pressebeitrag vom 8. Dezember klar bestätigt: Die Lage an zwei Autobahnen sei „strategisch günstig“.