LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Musiker Twin XXA inspiriert sich für seine Musik an Science Fiction Filmen

Gildo Tavares, besser bekannt als Twin XXA, verfolgt ein konkretes Ziel: Nicht in einer Schublade landen. Mit Sounds, die sich an Welten von Sci-Fi- Filmen inspirieren, möchte der Künstler eigene Sphären schaffen und seine Zuhörer auf diese Reise entführen. Eigentlich sollte die Debüt-EP schon im vergangenen Jahr erscheinen, allerdings kam die Festivalsaison und Organisatorisches dazwischen, sodass die Platte nun für August diesen Jahres geplant ist. Wie viele andere nationale Künstler hat auch er ein Patreon-Profil erstellt, auf dem er von Fans unterstützt werden kann.

Wie empfindest Du die aktuelle Lage?

TWIN XXA Es ist allgemein für Künstler eine stressige Situation, weil wir derzeit nicht wissen, wie es weitergehen wird. Ich, wie auch die meisten anderen Musiker, hatte Pläne, die von heute auf morgen einfach auf Eis gelegt wurden. Das bringt uns natürlich in eine schwierige Situation, doch genau deshalb sind auch die Patreon Accounts gestartet worden. Auf meinem Profil gibt es für Unterstützer exklusives Material, wie beispielsweise unveröffentlichte Songs, Behind-the-scenes-Material oder Fotoshootings. Zudem will ich aber auch Künstler unterstützen, die mich inspirieren. Hier plane ich, eine Playlist auf Spotify zu erstellen, in der ich Werbung für diese Talente machen werde. Wir befinden uns in einer Zeit, in der die gegenseitige Unterstützung wichtiger denn je ist.

Kannst Du Deine Musik kurz vorstellen?

TWIN XXA Ich würde sie als eine Mischung verschiedener Stile bezeichnen. Sie ist sehr experimentell, gegenwärtig, vereint elektronische, rockige und Hiphop-Elemente. In der Regel benutze ich immer den Begriff „deconstructive music“, um Leuten zu verdeutlichen, worum es sich handelt.

Was genau muss man sich darunter vorstellen, wenn Du von „dekonstruktiv“ sprichst?

TWIN XXA Ich inspiriere mich sehr viel an Science Fiction Filmen, deren Soundtracks und der Musik, die in solchen Streifen gespielt wird. Es soll eine Art Suspense aufgebaut werden. Müsste ich konkrete Filme nennen, würde mir beispielsweise spontan Interstellar oder Blade Runner einfallen. Diese Welten verkörpern einen ganz eigenen Sound und genau das will ich aufgreifen. Meine Lieder sollen eine Geschichte erzählen und eine fiktionale Welt erschaffen. Hierbei geht es in erster Linie um die Freiheit, die dieses Genre und diese Musik ausdrücken. In dekonstruktiver Musik gibt es keine Regeln, Konventionen oder Kategorien. Man kann solche Sounds nicht wirklich einordnen oder in eine Schublade stecken, was einem alle experimentellen Möglichkeiten offen lässt. In anderen Genres kommen oft Kritikpunkte auf, die sich auf die Kategorie beziehen: Es muss bisschen mehr Soul sein, oder mehr Hiphop. Das ist auch das, was ich mit Freiheit meine. Ich bin frei, mich kreativ zu entfalten und musikalisch komplett in eine Welt einzutauchen, in der mir alles offensteht. Ich kreiere nach Gefühl, nicht nach einem Soundschema.

Ist das Freiheitsgefühl auch das, was Du an deine Hörer weitergeben möchtest?

TWIN XXA Genau. Meine Message ist eigentlich diese: Man muss nicht auf andere schauen, oder anderen hinterhereifern. Klar, nimmt man sich immer irgendwo seine Inspiration her, baut Ideen ein, die es schon einmal gab, weil sie einem zusprechen. Dennoch kann man solche Ideen auch nehmen und etwas vollkommen Neues daraus entstehen lassen. Wir sind alle so individuell, niemand sollte sich in der Masse verstecken und untergehen. Natürlich ist das bequemer, aber ich will den Leuten zeigen, dass es wichtig ist und guttut aus der Comfort Zone herauszutreten. Wer Ideen hat, sollte sie auch umsetzen und sich selbst dabei treu bleiben. Es ist nicht wichtig, dass man als Künstler unter „Pop“ eingeordnet werden kann. Meiner Meinung nach geht es bei Musik, oder Kunst überhaupt, um den individuellen Ausdruck und darum, der Welt zu zeigen, wer man wirklich ist.

Könntest Du Dir vorstellen, wie andere Künstler, eine Live Session auf den sozialen Netzwerken zu machen, um den Leuten Deine Musik zu zeigen?

TWIN XXA Auf jeden Fall. Ich bin mir bewusst, dass dieser Sound für viele ungewohnt ist. Doch obwohl das Genre noch sehr unbekannt ist, gibt es durchaus eine weltweite Fangemeinschaft. Einer der bekanntesten Musikerinnen in diesem Bereich ist zum Beispiel Björk – ein Name, der sicher vielen ein Begriff ist. Sie hat es geschafft, sich eine große Fangemeinschaft aufzubauen. Sicherlich ist es nicht das einzige Ziel, das man als Musiker verfolgt, zumal „deconstructive music“ nicht unbedingt fester Bestandteil der Musikindustrie ist, sondern eher eine Art Undergroundszene. Doch ich denke, dass solche Live Sessions vielleicht helfen könnten, den Leuten zu zeigen, dass es sie gibt. Und wer weiß, vielleicht entdecken sie eine neue Welt für sich.

Twin XXA ist allerdings nicht Dein erstes musikalisches Projekt. Wann hast Du beschlossen, dass Du Musik machen möchtest?

TWIN XXA Ich habe zwei Onkel, die schon als ich klein war als DJs unterwegs waren. Sie haben ihre Plattensammlung gezeigt, wodurch ich elektronische Musik entdeckt habe. Sie waren auch diejenigen, die mir gezeigt haben, dass es mehr als nur „das eine Genre“ gibt und haben eigentlich den Grundstein für meinen Traum gelegt. Bis ich meine ersten Instrumente gekauft habe, hat es noch ungefähr bis 2007 gedauert und ab dem Zeitpunkt habe ich auch alleine musiziert und einiges ausprobiert. Seit 2013 oder 2014 hilft mir das Team Music:LX dabei, zu reisen und internationale Konzerte zu geben.

Du hast eben das Reisen angeschnitten. Hast Du schon viele Konzerte im Ausland gespielt?

TWIN XXA Ja, da ist schon einiges zusammengekommen. Nicht nur Konzerte, sondern auch Konferenzen oder Künstleraustausche. Neben Europatourneen war ich 2017 beispielsweise für Konferenzen und Festivals in Japan. Ein Jahr später war ich im Rahmen einer Kollaboration mit zwei Kolumbianern einen Monat lang in China auf Tour. Das sind Ziele, die ich auch mit der kommenden EP verfolgen werde.

www.patreon.com/twin_xxa