LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Passen erneuerbare Energien und Denkmalschutz zusammen?

Der Schifflinger CSV-Abgeordnete Marc Spautz entwickelt sich zu einem fleißigen Fragesteller. Aktuell beschäftigt er sich mit dem Widerspruch zwischen der Erhaltung historischer Bausubstanz und der Förderung erneuerbarer Energien. Platt formuliert: Darf eine Photovoltaik auf ein denkmalgeschütztes Haus? Spautz formuliert seine Frage, die er an Kulturministerin Maggy Nagel (DP) und an Infrastrukturminister François Bausch (déi gréng) stellte, natürlich erheblich eleganter aus.

Seiner Meinung nach sorgt der doppelte Druck von Klimaschutz und steigenden Energiekosten für einen weiteren Verlust an historischem Erbe und der ureigenen Identität von Dörfern und Stätten. Daher wollte er nun von den beiden Ministern wissen, ob die Errichtung entsprechender Anlagen auf unter Schutz gestellten Häusern erlaubt ist.

Im Prinzip nein

Die Antwort von Kulturministerin Maggy Nagel fiel erheblich detaillierter aus, als es ein Laie vielleicht erwartet hatte. Zwar lautet die Antwort wie einst bei Radio Eriwan „Im Prinzip nein“, auf dem Fuße folgte ein großes Aber. Zunächst stellt auch die Ministerin fest, dass mit der Installation solcher Anlagen der Verlust von Authentizität einhergeht, was dem Denkmalschutz prinzipiell den Vorrang gebe. Aber auch von diesem Prinzip gebe es Ausnahmen.

Low-tech kann unter Auflagen genehmigungsfähig sein

Zu den Voraussetzungen gehört unter anderem, dass die gewonnene Energie dem Haus direkt zu Gute kommt und nicht in irgendein Netz eingespeist wird. Die Ministerin spricht von „low-tech“, etwa von Wärmegewinnung durch Sonnenkollektoren, die heißes Wasser erzeugen und deren Bestandteile insgesamt umweltfreundlicher herzustellen und zu entsorgen sind als Solaranlagen zur Stromgewinnung.

Allerdings sei die Genehmigung von Kollektoren von einigen Vorausetzungen abhängig: Die Kollektoren dürfen kein Bestandteil des Daches sein. Sie müssen ohne „glitzernde“ Metallteile auskommen, aus strukturiertem Glas bestehen, parallel zur Dacheindeckung und im selben Verhältnis wie diese montiert sein, und sich in ihrer Struktur dem Verhältnis des Schieferdaches anpassen, sie dürfen nicht in Form einer Treppe angeordnet werden, müssen Abstand zur Regenrinne halten und dürfen auf keinen Fall den Rand des Daches überragen. Im Übrigen mache die Vergabeordnung für Subventionen keinen Unterschied, ob die erneuerbare Energie auf einem Neubau oder auf einem Baudenkmal gewonnen wird, so Maggy Nagel abschließend.