LUXEMBURGCLAUDE KARGER

Riesenandrang bei erster „Rentrée“ am neuen Uni-Standort Belval

Ein Knistern lag in der Luft: Die Aufregung war deutlich zu spüren gestern Morgen bei der ersten „Rentrée“ der Uni Luxemburg am neuen Campus Belval. Bei den Studenten natürlich, besonders bei jenen, die sich zum ersten Mal an der Uni eingeschrieben haben. Aber auch bei den Professoren und dem Verwaltungspersonal, die sich zum „Breakfast“ in der „Maison du Savoir“, dem imposanten Herzen der „Cité des Sciences“ eingefunden hatten, in der 2020 etwa 7.000 Studenten und um die 4.000 Professoren und Forscher lernen und lehren sollen. Zunächst werden allerdings erst einmal die rund 2.200 Studenten an der Fakultät für Sprachwissenschaften und Literatur, Geisteswissenschaften, Kunst und Erziehungswissenschaften Belval erleben. In den vergangenen Monaten haben etwa 830 Universitätsangestellte ihre Büros bezogen. Es dürfte der hektischste Sommer in der Geschichte der 2003 gegründeten Uni gewesen sein. In den nächsten Jahren wird auch die Fakultät für Naturwissenschaften, Technologie und Kommunikation vom Kirchberg nach Belval umziehen. Die Fakultät für Rechts-, Wirtschafts- und Finanzwissenschaften wird in der Hauptstadt bleiben.

Gelungener Wandel

„Es ist ein außergewöhnlicher Tag für die Universität, für die Region Süden und das ganze Land“, unterstrich der seit dem vergangenen 1. Januar amtierende Rektor Rainer Klump, der im restlos überfüllten großen Auditorium in der „Maison du Savoir“ die gelungene Umwandlung eines Industriestandorts in einen „Schmelztiegel der interdisziplinären Forschung“ würdigte. Die Studenten hätten nicht nur die Chance an einem einzigartigen Ort zu studieren, sondern auch in einer einzigartigen Atmosphäre. „Öffnet euch für die Kraft der Forschung“, legte der Rektor den Anwesenden ans Herz, „um für eine bessere Welt und für ein besseres Leben zu arbeiten“. Klump blickte am Ende seiner kurzen Rede knapp auf seine eigene Studienzeit zurück: „Nie ist man im Leben so offen für neue Kontakte, wie in dieser Phase“.

Ein Rückblick, aber auch ein Appell. Während Vera Spautz, die Bürgermeisterin der Stadt Esch-Alzette, sich in ihrer Ansprache über „einen der außergewöhnlichsten Uni-Standorte in Europa“ freute, der „eines der schönsten Geschenke an eine Stadt ist, die unter dem Rückgang der Stahlindustrie gelitten hat“, kündigte Georges Engel, der Bürgermeister von Sassenheim, auf deren Territorium das Areal zum Teil liegt, den Ausbau respektive Neubau von Wohn-, Sport- und Freizeitinfrastrukturen in seiner Gemeinde an, die auch den Uni-Studenten und -Mitarbeitern zugute kämen. Die ganze Woche über „feiert“ die Uni übrigens diese außergewöhnliche „Rentrée“ an alles Standorten.
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