LUXEMBURG
SVEN WOHL

Wie der Süden mit Alternativen die Pandemie überbrückt

Der Süden lockt, wie alle anderen Teile des Landes, mit zahlreichen touristischen Highlights. Doch auch diese Gegend leidet stark unter der Coronakrise. Während Daniel Oly vom „Office Régional du Tourisme Sud“ uns versichert, dass an und für sich alles zugänglich ist, gelten aber auch überall Einschränkungen. Dies reicht von den typischen Begrenzungen bei Besichtigungstouren, an denen nur neun Gäste und der Gästeführer teilnehmen dürfen, hin zur Grubenbahn im Fond-de-Gras. „Weil dort die Sicherheit nicht garantiert werden kann, fährt diese vorerst nicht im normalen Modus“, so Daniel Oly. Aber er bestätigt auch: „Es gibt immer Alternativen. Nichts wurde kategorisch zugemacht.“

Freiluft ist Trumpf

Beim „Musée National des Mines de Fer Luxembourgeoises“ sieht das so aus, dass nun an festen Zeitpunkten eine Fototour angeboten wird. Hier kommt man dann zu Fuß mit dem notwendigen Abstand in die Mine hinein, um dort teils spektakuläre Fotos schießen zu können. Besser sieht es da bei jenen Attraktionen aus, die an der frischen Luft stattfinden. Deshalb werden diese auch verstärkt in die Vitrine gestellt. „Das bringt den Menschen einfach Sicherheit.”

Darauf angesprochen, wie die Saison bis jetzt läuft, muss Oly zugeben, dass diese von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich aussieht. Der Märchenpark etwa verzeichnet einen großen Zulauf. Dort zeigten sich die Menschen einfach glücklich darüber, eintreten zu dürfen. Andernorts sehe die Situation derzeit noch etwas schlechter aus. „Die Situation ist schwierig einzuschätzen, auch wenn wir alle in einem Boot sitzen“, meint er. Eine vorläufige Bilanz kann er nicht ziehen, da es dafür viel zu früh sei. Lob findet er indes für den Einsatz des Ministeriums: „Es wurde viel gemacht, um den Sektor zu unterstützen. Das Ministerium hat hier sofort die richtigen Signale gesendet, das muss man ihm hoch anrechnen. Es ist aber nicht Business as Usual dieses Jahr.”

Frühe Digitalisierung von Vorteil

Dass man bereits im vergangenen Jahr gewisse Maßnahmen der Digitalisierung umgesetzt hat, hat sich hier als Vorteil erwiesen. So griff man auf eine Software zurück, welche Reservierungen ermöglicht, die in diesen Zeiten mit den Partnern geteilt werden konnte.

Mit Blick in die Zukunft meinte Oly, dass es auf jeden Fall genug zu tun gäbe. Da wäre zum einen die laufende Kandidatur für ein Unesco-Biosphäre-Label. Andererseits ist es ein offenes Geheimnis, dass man einen Wanderweg, den „Minett-Trail“ aufbauen möchte. Dieser soll ab nächster Saison begehbar sein, sobald die Beschilderung abgeschlossen ist.

Dennoch lohne sich ein Besuch im Süden schon heute. Denn hier fände man schöne Natur und eine bemerkenswerte Biodiversität vor. Gleichzeitig könnten sich viele Besucher für den einzigartigen Kontrast zwischen Natur, Industriekultur und Moderne begeistern.