Schwimmen stellt das ganze Jahr über ein abwechslungsreiches Vergnügen für die ganz Familie dar. Um diesen gesunden Sport ein ganzes Leben lang zu betreiben, sollte man ihn möglichst jung - sprich: In der Grundschule - erlernen. Und genau hier schient es hierzulande, massenweise Probleme zu geben. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz im „Ciné Utopolis“ in Luxemburg-Kirchberg starteten die „FGFC - Gewerkschaft vum Gemengepersonal“ und die ALIN („Associaiton Luxembourgeoise des Instructeurs de natation“) gestern eine Kampagne, um die Qualität des Schwimmunterrichts zu verbessern.
Ab der Grundschule
Wie Claude Reuter von der FGFC festhielt, werden zurzeit eigentlich keine Schwimmlehrer mehr eingestellt, dies in Folge eines Gesetzes von 2013. Schwimmen ist aber wichtig für die Kinder und ihr Umfeld - da es eine beliebte Freizeitbeschäftigung ist. Beherrscht ein Kind das Schwimmen nicht richtig, ist das Kind und sein Umfeld einem Risiko ausgesetzt. Deshalb sollten die Kinder in der Grundschule von qualifizierten Schwimmlehrern das Schwimmen erlernen. Dies ist in vielen Schwimmbädern hierzulande heute leider nicht mehr immer gewährleistet. Der Schwimmlehrer ist nur noch anwesend, um die „Surveillance“ zu übernehmen.
Der Präsident der ALIN, Jupp Grüneisen, ist seit über 33 Jahren als Schwimmlehrer tätig. Er und seine Berufskollegen haben in der Vergangenheit zahlreichen Kindern das Schwimmen beigebracht und immer darauf gehalten, die Ausbildung der Schwimmlehrer zu verbessern. Mit dem neuen Gesetz hat sich aber vieles geändert. Die in ihren Augen wichtigste Aufgabe, nämlich den Kindern das Schwimmen beizubringen, wurde ihnen genommen.
Immer mehr Schwimmlehrer betroffen
Nach Grüneisens Worten ist das heute noch nicht überall der Fall, aber es gibt immer mehr „Kollegen, déi d’lescht Joer nach dierften de Kanner d’Schwamme
bäibréngen an dëst Joer nach just dierfe Surveillance halen“. Der Präsident der ALIN bedauerte, dass heute immer mehr Lehrpersonal, das sich seit Jahren nicht mehr richtig mit dem Schwimmen beschäftigte, nun den Kindern das Schwimmen „beibringen müssen“ und die „Schwammmeeschtere kucke vu baussen no“.
Die einzige „Tâche“ der Schwimmlehrer bestehe heute darin, sicherzustellen, dass kein Kind ertrinkt. Dies sei sicher „eine wichtige Aufgabe“, unterstreicht Jupp Grüneisen, der bedauerte, dass „Schwimmlehrer heute keine präventive Arbeit mehr leisten könnten“. Zu dieser präventiven Arbeit zählt seiner Meinung nach auch die Tatsache, dass sich Kinder unter allen „Umständen im Wasser wohlfühlen“. Deshalb muss mit den Kindern „vu Klengem u geschafft ginn“. Denn nur so könne der Grundstein gelegt werden, dass die Kinder auch als Jugendliche und Erwachsene „gerne zum Schwimmen gehen“.
Die Qualität der Schwimmkurse sei derzeit „im freien Fall“, unterstreichen die Vertreter der FGFC und der ALIN, „da die Lehrpersonen, die mit dem Schwimmunterricht betraut sind, sich nicht um die Kinder kümmern können, die Probleme haben“.
Mit einem gestern präsentierten Spot, der nun während einer Woche in allen Kinos des Landes läuft, und mit einer Internetseite nager.lu soll auf das Problem aufmerksam gemacht werden. Die Internetseite nager.lu - in den vier Sprachen Französisch, Englisch, Deutsch und Portugiesisch verfasst - ist in vier große Kapitel unterteilt: „Richtig schwimmen lernen ist lebenswichtig“ - in diesem Kapitel wird angeführt, warum richtig Schwimmen so wichtig ist - , „Schwimmlehrer, ein gelernter Beruf“ - die Ausbildung zum Schwimmlehrer und ihre Tätigkeit werden präsentiert -, „Sind Sie verantwortungsbewusst, Herr Minister“ - das Kapitel befasst sich mit dem Gesetzestext und der diesbezüglichen Meinung der Schwimmlehrer -, und „Ich setze mich für die Sicherheit unserer Kinder ein“ - in diesem Kapitel wird die breite Öffentlichkeit aufgefordert, direkt an den Minister zu schreiben, die Petition zu unterzeichnen und via Facebook den Spot der Kampagne mit ihren Freunden zu teilen.



