LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

„Rentrée académique“: Rund 25.000 Anträge auf Studienbeihilfe im vergangenen Jahr

Es sei in mehr als einer Hinsicht eine „spezielle Rentrée académique“ in diesem Jahr, sagte der Staatssekretär für Hochschulbildung und Forschung Marc Hansen gestern zur Auftaktpressekonferenz für das akademische Jahr 2014/2015. Ab dem 1. Januar 2015 tritt bekanntlich Rainer Klump die Nachfolge von Rolf Tarrach als Rektor der Universität Luxemburg an. Für die Universität sei es ebenfalls die letzte Rentrée vor dem Umzug nach Belval. Demnach könnte das kommende akademische Jahr in den neuen Universitätsgebäuden in Belval stattfinden - „wann dann alles gudd geet“. Drittens sei es auch eine besondere Rentrée für die Universität, weil es die erste unter einem neuen „contrat d‘établissement“ für die Zeitspanne bis 2017 ist.

Bisher 2.630 Anträge beim Cedies

Eine weitere Neuheit: Seit dem 1. August gilt auch das neue Studienbeihilfegesetz. Zu diesem Zweck wurde der „Centre de Documentation et d’Information sur l’Enseignement Supérieur“ (Cedies) personell verstärkt, um dem größeren Aufwand Rechnung zu tragen. Insgesamt entstehen vier und eine halbe Stellen. Seit Anfang August sind 2.630 Dossiers beim Cedies eingegangen. 600 davon seien unvollständig, deshalb machte Marc Hansen gestern einen Aufruf, die fehlenden Dokumente - in vielen Fällen handele es sich um einfach zu beschaffende Papiere - möglichst schnell nachzureichen.

Ein erster Trend, der sich in den bisherigen Anträgen abzeichnet: Rund 20 Prozent hättendie „bourse sociale“ nicht angefragt. Weitere 20 Prozent beantragten nur die Beihilfe, also kein Darlehen.

Betrachtet man das vergangene Jahr, gewährte der Cedies 25.205 Anträge auf Studienbeihilfe, fast 10.000 mehr als im Jahr zuvor. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs, demzufolge auch Grenzgängern finanzielle Unterstützung gewährt werden muss. Im vergangenen Jahr wurden rund 154,3 Millionen an „bourse“ ausbezahlt, rund 55 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Die Darlehen belaufen sich indes auf 161,6 Millionen Euro, ein Plus von rund 60 Millionen. Insgesamt 9.650 „Non-résidents“ stellten Anträge beim Cedies, 8.227 wurden genehmigt.

Mit Abstand die meisten Studenten (gemessen an den gewährten Anfragen auf Studienbeihilfe) entschieden sich 2013/14 für einen Wirtschaftsstudiengang (5.183), gefolgt von Gesundheitsberufen (2.166) und dem Bereich Erziehung.

Verstärkten Zulauf verzeichnen auch die BTS-Studiengänge (Brevet de Technicien Supérieur), derer es in Zukunft noch weitere geben werde. 551 Jungen und Mädchen waren im vergangenen Jahr in BTS-Studiengängen eingeschrieben. Im Jahr zuvor waren es 427. Den größten Zulauf genießen die BTS im Gesundheitsbereich (290).

Leichter Rückgang bei den Einschreibungen an der Uni Luxemburg

Die Zahl der Einschreibungen an der Universität Luxemburg ging indes im vergangenen Jahr von 6.288 auf 6.157 leicht zurück. 546 Studenten erhielten im vergangenen Jahr ihr Bachelordiplom, 369 - 100 mehr als noch im Jahr zuvor - ihren Masterabschluss.

www.cedies.public.lu