WARSCHAU
JACQUELINE KIMMER

Auftakt des Staatsbesuches des großherzoglichen Paares in Polen

Polen empfange Freunde, meinte der polnische Botschafter in Luxemburg, Bartosz Jalowiecki in einem Gespräch mit dem „Lëtzebuerger Journal“ im Vorfeld des Staatsbesuches des großherzoglichen Paares in seinem Heimatland. Zusammen mit den Ministern Etienne Schneider, Jean Asselborn und Pierre Gramegna weilen Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa bis morgen in der Republik Polen. Mit von der Partie sind auch einige 70 Vertreter von Firmen, die in Polen für den Standort Luxemburg werben wollen.

Streng protokollarisch, aber herzlich

Äußerst herzlich, trotz des strengen protokollarischen Programms, verlief dann auch der erste Tag der Visite. Nachdem die hohen Gäste aus Luxemburg von Präsident Bronislaw Komorowski und seiner Gattin Anna Komorowska vor dem Präsidentenpalast offiziell begrüßt worden waren, wurden die beiden Delegationen vorgestellt, bevor sich Gäste und Gastgeber zu einer ersten Unterredung zusammentrafen.

Eine erste Arbeitssitzung werteten die beiden Staatschefs anschließend als interessant und aufschlussreich. Polens Präsident zeigte sich überzeugt, dass die bestehende gute bilaterale Zusammenarbeit noch ausgebaut werden kann. Als Gründungsstaat der EU und der Nato ist Luxemburg ein wichtiger Partner für Polen, so Komorowski, der meinte, die NATO könne gestärkt aus der derzeitigen Krise in der Ukraine hervorgehen. Großherzog Henri erinnerte daran, dass Polen am vergangenen 1. Mai seine zehnjährige Mitgliedschaft in der EU feiern konnte. Polen sei ein „fantastischer EU-Partner, der im vergangenen Jahrzehnt vieles im wirtschaftlichen Bereich verwirklicht habe. Die derzeitige Krise in der Ukraine stellt nach Großherzog Henris Worten ein „großes Problem für die EU“ dar. Auch er unterstrich die Tatsache, dass Polen und Luxemburg in dieser Frage die gleiche Meinung vertreten.

Nach einer Gedenkzeremonie am Mahnmal des Unbekannten Soldaten trafen Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa zu Unterredungen mit den Präsidenten des polnischen Parlaments und des polnischen Senats zusammen. Anschließend hatte Großherzog Henri ein Arbeitsgespräch mit dem polnischen Premierminister Donald Tusk.

RTL-Sendungen nicht vergessen

In den frühen Abendstunden wohnten das großherzogliche Paar und das polnische Präsidentenpaar einem Konzert bei, das an die Tätigkeit von RTL Group in Polen erinnert. Drei polnische Künstler trugen bei dieser Gelegenheit die bekanntesten Chansons der 1960er und 1970er Jahre vor. In englischer Sprache in Polen ausgestrahlt, erfreute sich RTL als nicht politischer Sender einer großen Beliebtheit bei der polnischen Bevölkerung. Viele Polen, u.i. Präsident Komorowski, erinnern sich noch gerne an die Zeit, als RTL für Polen ein „Fenster auf die westliche Welt war“.

Ausklingen sollte der erste Tag des Staatsbesuches des großherzoglichen Paares in Polen mit einem Galadiner von Präsident Komorowski zu Ehren der Staatsgäste aus Luxemburg. In seiner Tischrede wies Großherzog Henri darauf hin, dass Polen und Luxemburger Partner in zahlreichen europäischen und internationalen Organisationen sind. Mit der Eröffnung von Botschaften in den Hauptstädten der beiden Länder wurde allerdings eine wichtige Hürde in Sachen bilaterale Beziehungen genommen.