Ellis (Tye Sheridan) lebt mit seinen Eltern Senior (Ray McKinnon) und Mary Lee (Sarah Paulson) in Arkansas an einem Fluss. Zusammen mit seinem besten Freund Neckbone (Jacob Lofland) unternimmt
er Bootsfahrten zu einer Insel im Fluss.
Hier steckt ein Boot mitten in einem Baum fest, wo es nach einem Hochwasser „gestrandet“ ist.
Zu ihrem Leid hat Mud (Matthew McConaughey) das Boot als seinen Wohnsitz erkoren, das die beiden doch gerne als ihr Versteck erobert hätten. Zuerst gehen die beiden auf Muds Wunsch nach Essen ein. Als er ihnen seine Geschichte erzählt, ist es eher Ellis, der Mud versteht.
Dieser hat einen Mann getötet, der seine „Freundin“ Juniper (Reese Witherspoon) angemacht hat. Jetzt wird er von der Polizei gesucht. Juniper ist in der Stadt aufgetaucht, wie auch der Bruder des Getöteten, Carver (Paul Sparks), der sich an Mud rächen will. Mud hat nun die Idee, das Boot wieder flott zu machen, und dabei müssen ihm die beiden Jungs , wie auch sein alter Freund Tom (Sam Shepard), helfen.
Drei Liebesgeschichten
„Mud“ von Jeff Nichols erzählt ohne Hektik und ohne billige Actionszenen drei Liebesgeschichten. Erst einmal sind es Ellis’ Eltern, die mit ihrer Situation in ihrem schäbigen Haus am Fluss unzufrieden sind.
Die Scheidung droht die Familie zu zerreißen. Ellis hat sich in die ältere May Pearl (Bonnie Sturdivant) verliebt. Schnell muss er feststellen, dass sie sich nur kurz mit ihm amüsiert hat und ihn anschließend ignoriert. Mud kennt Juniper seit seiner Jugend. Er liebt sie innig und bedingungslos, sie profitiert jedoch lediglich von seiner Güte, wenn sie in Schwierigkeiten steckt.
Um wirklich zu funktionieren, muss die Liebe auf die Ehrlichkeit aller Beteiligten aufgebaut sein. Ellis erkennt dies und warnt Mud vor Junipers Leichtlebigkeit. Zum Schluss riskiert Mud alles, um seinen Freund Ellis zu retten, und somit ihre ehrliche Freundschaft auf das Niveau ehrlicher Liebe stellt. Es tut außerordentlich gut, im Kino wieder einen aufrichtigen Film zu sehen, fernab von all dem Schwachsinn à la „After Earth“ und „Star Trek - Into Darkness“ oder Terrence Malicks pseudo-intellektuellem Blödsinn „Into the Wonder“.
Beeindruckende Atmosphäre
Schnell erschafft Nichols eine beeindruckende Atmosphäre inmitten dieser Flusslandschaft (gedreht wurde am Mississippi), mit ihrem schlammigen (engl.: mud) Wasser, das im übertragenen Sinn auf den Hauptprotagonisten Mud zutrifft. Wie das Wasser ist Mud von Natur aus nicht dreckig. Die Umstände machen beide äußerlich schmutzig, im Innern behalten sie ihre Kraft. Speziell Tye Sheridan als Ellis kann mit seiner jugendlichen Natürlichkeit voll überzeugen. Matthew McConaughey spielt mit all seinem Talent einen Verliebten, und das fern seines ihm oft anhängendem Playboy-Image. „Mud“ bietet weit weg von jeglichen Hollywood-Konventionen absolut sehenswertes Kino.


