LUXEMBURG
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„Prix Batty Weber 2020“ geht an Pierre Joris

Es gibt auch noch gute Nachrichten in Corona-Zeiten: Gestern hat das Kulturministerium den diesjährigen Preisträger des mit 10.000 Euro dotierten „Prix Batty Weber“ bekannt gegeben. Die Wahl der von Claude D. Conter präsidierten Jury fiel auf Pierre Joris. Das poetische und essayistische Werk von Joris sei Ausdruck einer ebenso unermüdlichen wie vielfältigen Suche nach Grenzüberschreitung und Welthaltigkeit, heißt es.

Sprachkünstler und Wortnomade

„In seinem poetischen Werk webt er in sprachspielerisch-experimentellen Wort(ver)suchungen ein Netz von überraschenden Zusammenführungen aus unterschiedlichen literarischen und kulturellen Texten [...], die es den LeserInnen ermöglicht, von den Rändern her die Welt zu ergründen, in der Diaspora zu flanieren und in ihr heimisch zu werden. […] Der Wortnomade Joris ist zudem ein Botschafter der Literatur. Monumental ist die Übersetzung des Werkes von Paul Celan aus dem Deutschen ins Englische. […] Joris ist ein Grenzgänger, ein Denker der ,nomad art´, ein Sprachkünstler und ein optimistischer Utopist, der an den Zauber der Sprache glaubt und selbige belebt - in Zeiten der zunehmenden Nationalismen hält Joris der Engstirnigkeit das Bekenntnis zum Respekt und zum Dialog entgegen“, schreibt die Jury in ihrer Begründung. Mit dem 1987 geschaffenen nationalen Literaturpreis „Prix Batty Weber“ wird alle drei Jahre das Gesamtwerk eines luxemburgischen Autoren oder einer luxemburgischen Autorin geehrt. Erster Preisträger war Edmond Dune. 2017 wurde Georges Hausemer ausgezeichnet. Das Datum der offiziellen Preisüberreichung an Pierre Joris wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.