LUXEMBURG
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Claude Cardoso vom „Luxembourg Lifelong Learning Center“ der „Chambre des Salariés“ über den Aufbau von Weiterbildungen nach Maß

Dass die Nachfrage nach Fortbildungen nach Maß zunimmt, bestätigt auch Claude Cardoso, Direktionsrat beim „Luxembourg Lifelong Learning Center“ der Arbeitnehmerkammer, eins der großen Weiterbildungsinstitute im Land. Laut Cardoso sind rund 25 Prozent der Seminarkurse, die das LLLC abhält, maßgeschneiderte Kurse. „Der Katalog ist natürlich das Aushängeschild des LLLC, aber die Kurse können selbstverständlich auch auf die spezifischen Bedürfnisse der Unternehmer und Teilnehmer zugeschneidert werden“, erklärt der Experte und gibt Einblick in die Herangehensweise zum Aufbau einer maßgeschneiderten Fortbildung. „In einer ersten Kontaktaufnahme gilt es die Bedürfnisse des Betriebs abzuklären, aber wir sagen auch was unsere Möglichkeiten und unsere Erfordernisse sind. Vieles hängt davon ab, ob es nur um eine punktuelle Verbesserung von Kompetenzen im Unternehmen geht, oder um richtig tiefgründige und nachhaltige Veränderungen“, sagt Claude Cardoso, der schon Fortbildungsprojekte begleitet hat, die sich über mehrere Jahren und auf mehreren Verantwortungsebenen eines Betriebs abgespielt haben. Natürlich gilt es auch zu beachten, dass Unternehmen unterschiedlich aufgestellt sind. „Nicht jedes hat eine Abteilung, die sich um Weiterbildungen kümmert und nicht jedes die internen Kompetenzen, um ein Lastenheft aufzustellen“, erzählt Cardoso.

Schlüsselinstrument Lastenheft

Das Lastenheft, in dem klar festgehalten ist, welche Dienstleistungen für welche Mitarbeiter und zu welcher Zielsetzung erbracht werden müssen, bezeichnet er als zentrales Element für das gute Gelingen einer Fortbildung nach Maß. Dass da mehr oder weniger lang daran gearbeitet werden muss, gemäß der Komplexität eines Projekts und der Zahl sowie der Qualifizierung der Teilnehmer liegt auf der Hand.

Wichtig ist laut Claude Cardoso auch, dass alle Beteiligten von Anfang an in den Prozess mit eingebunden werden. Nach der ersten Kontaktaufnahme schaut das LLLC intern, welche Kompetenzen und pädagogischen Instrumente es einbringen muss und welche Fortbilder eingesetzt werden können. Lastenheft und Kurse werden dann nach und nach ausgearbeitet.

„Es kann dauern, bis das Ganze steht und manchmal muss es auch angepasst werden, wenn erforderlich. Es kommt vor, dass wir zunächst ein oder mehrere Pilotseminare machen und das Fortbildungsprojekt entsprechend der Erfahrungen, die dabei gesammelt werden, etwas anders ausrichten“, sagt Claude Cardoso, „wir müssen schließlich immer sicher sein, dass wir ‚on track‘ sind“.
Der LLLC-Direktionsrat weiß aus Erfahrung, dass solche Weiterbildungen nach Maß enorm viel bringen: „Das Invest mag etwas höher sein als bei Katalogangeboten, aber das Resultat ist ein deutlicher Mehrwert für den Betrieb und für den Mitarbeiter“. Auf die Bereiche angesprochen, in denen Fortbildungen nach Maß gefragt werden, entgegnet Claude Cardoso, dass neben Managementkursen, die oft einhergehen mit der Weiterentwicklung der Unternehmenskultur und den „Soft Skills“ aller Art, in letzter Zeit vor allem Projekte im Rahmen der Digitalisierung entstanden. 

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