CLAUDE KARGER

Die Freude über die Eröffnung der Nordstraße hält sich bei manchen in Grenzen.

So auch beim amtierenden Infrastrukturminister, der das Ungetüm in jungen Jahren mit Vercingetorix-Schnauzer und im Rollkragenpulli bekämpfte wie die Pest und - Ironie des Schicksals - sich am Mittwochnachmittag ein wenig freuen musste, dass es nach 30 Jahren nun endlich fertig ist.

Andere scheint die schiere Faszination für den „Jahrhundertbau“ ergriffen zu haben, wie etwa einen „Wort“-Redakteur, der schon am Mittwoch kurz nach der Freigabe des letzten A7-Teilstücks in „ungebremster automobiler Glückseligkeit“ über die nigelnagelneue Schnellstraße rauschte. „Meine Befürchtungen wurden aber schnell bestätigt: Über die Grünewald-Straße geht es zwar schneller, aber es sind dann doch einige Kilometer mehr“, bilanziert der Schnupperfahrer, „in den Tunnels fährt man geschützt vor Wind und Wetter, und man hat zudem noch das berauschende Gefühl, auf jedem Tunnelkilometer fünf Igel, zwei Dachse, ein Dutzend Kröten und einen Maulwurf gerettet zu haben“.

So ein wonnevolles Feeling! Na, wenn das nicht die 750 Millionen Kröten wert ist, die der Highway in den Norden kostete?