In einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld brachte das Handwerk auch im vergangenen Jahr eine beeindruckende Dynamik zustande: Es kamen 270 Betriebe und im Ganzen 2.250 Beschäftigte dazu. Steigerungen um vier beziehungsweise um drei Prozent - wer kann das schon vorweisen? Der Handwerkssektor bleibe weiterhin mit 6.600 Betrieben und nahezu 83.000 beschäftigten Personen größter Arbeitgeber in Luxemburg, hieß es gestern nicht ohne Stolz in der Handwerkskammer, als der statistische Jahresbericht 2014 vorgestellt wurde.
Breites Spektrum an Arbeitsplätzen
Allein in den letzten zehn Jahren wurden 20.000 Arbeitsplätze geschaffen, die von Uniabschlüssen bis zu Unqualifizierten das ganze Spektrum an (Berufs-)Ausbildungen abdecken. Das Handwerk spielt zudem eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Denn immerhin ein Viertel der Beschäftigten sind Unqualifizierte, denen man eine Perspektive bieten konnte.
„Wir sind nicht nur ein wichtiger Akteur auf dem Arbeitsmarkt, sondern auch ein starker Partner rund um Beschäftigung und Arbeitslosigkeitsbekämpfung“, sagt Marc Gross, Direktor der Abteilung für Soziales bei der Handwerkskammer. Er streicht besonders die Tendenz hervor, dass der Handwerkssektor in den letzten Jahren wesentlich mehr Einheimische integriert hat. Das war nicht immer so: Bis 2005 stieg der Anteil der Grenzgänger stetig an, um nun bei 46 Prozent zu stagnieren - 15 Prozent sind Luxemburger und 39 Prozent machen die ausländischen Ansässigen aus.
Entsprechend der Übereinkunft zwischen Unternehmerverband UEL und Regierung über Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit werde auch das Handwerk seinen Beitrag leisten, hieß es gestern. 2015/2016 ist eine Sensibilisierungskampagne bei den Klein- und Mittelbetrieben vorgesehen, damit die freien Stellen systematisch auch bei der ADEM gemeldet werden. Man werde „Meet ADEM“-Events organisieren und mit der ADEM auch eine Konvention schließen: Zur Unterstützung von Arbeitssuchenden wird ein gewisses Kontingent an Weiterbildungsplätzen gratis zur Verfügung gestellt.
Umfrage zu geplanten neuen Stellen
Im Mai soll dann eine Umfrage bei den Betrieben gestartet werden, um zu erheben, wie viele Stellen in welchen Sparten noch in diesem Jahr geschaffen werden sollen. Auch das ist als Hilfestellung für die ADEM zu verstehen. Und schließlich wies die Handwerkskammer darauf hin, dass eine solide Ausbildung das beste Mittel gegen Arbeitslosigkeit ist. Bei kommenden Jobmessen wird nun verstärkt bei jungen Menschen für die Chancen im Handwerk, vor allem durch eine Lehre geworben. Das Ziel, das Image des Sektors zu verbessern und gegen Vorurteile vorzugehen, verfolgt man auch mit der Initiative „Hands Up“.
Die Berufskammer hat aber auch noch Wünsche offen. „Bei der geplanten Reform des Rahmengesetzes zur Förderung beruflichen Weiterbildung sollten vor allem die Klein- und Mittelbetriebe mit einem Bonus unterstützt werden“, fordert Marc Gross. Damit das Handwerk weiterhin Arbeitsplätze schaffen kann und sich weiterhin in Lehre und Ausbildung engagieren kann, ist ein für die Entwicklung der Betriebe günstiger Rahmen unerlässlich. Die Handwerkskammer wagt nun zu hoffen, dass die für den 23. April angesetzte Tripartite zu greifbaren Ergebnissen kommt.
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