LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

Herzlicher Empfang von König Philippe und Königin Mathilde von Belgien

Seit gestern und bis morgen weilen der belgische König Philippe und Königin Mathilde zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Luxemburg. Trotz geografischer Nähe ist der Besuch des belgischen Königspaares an der Spitze einer starken Delegation eher selten. Über ein Vierteljahrhundert ist es her, dass der letzte Staatsbesuch erfolgte: Ihr erster Staatsbesuch führte König Albert II. und Königin Paola nach Luxemburg  im März 1994.

Belgien und Luxemburg unterhalten privilegierte Beziehungen. Dies ist auf eine teilweise gemeinsame Geschichte und familiäre Bindungen zwischen  beiden Königshäusern zurückzuführen. Großherzog Jean heiratete 1953 Prinzessin Joséphine-Charlotte von Belgien, die ältere Schwester von König Baudouin und Albert II. 2012 wurde die Hochzeit von Erbgroßherzog Guillaume und der belgischen Gräfin Stéphanie de Lannoy gefeiert.

Lëtzebuerger Journal

Anreise mit der Bahn

Ab Brüssel-Luxemburg reiste das Königspaar mit dem Zug nach Luxemburg. Nachdem König Philippe und Königin Mathilde am Bahnhof von Großherzog Henri und Familienministerin Corinne Cahen willkommen geheißen worden waren, fand die offizielle Begrüßung der hohen Staatsgäste aus Belgien durch Großherzog Henri kurz vor Mittag vor dem Palais im Stadtzentrum statt, dies bei strömendem Regen. Es war der achtjährigen Marie vorbehalten, der Königin - in einer grünen Mantel-Kleid-Kombination von „Couture Nathan“ und mit einem „Fascinator“ von  Fabienne Delvigne -, einen Blumenstrauß zu überreichen. Nachdem die beiden Herrscher die Truppen abgeschritten hatten, wurden die jeweiligen Delegationen vorgestellt.

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Gedenkfeier am „Monument national de la solidarité luxembourgeoise“

Im Palais traf Großherzog Henri dann zu einer kurzen Unterredung mit König Philippe und Königin Mathilde von Belgien zusammen, bevor die obligaten Geschenke ausgetauscht wurden. Alsdann begaben sich König Philippe und Königin Mathilde zum „Monument national de la solidarité luxembourgeoise“ auf dem „Kanounehiwwel“, wo sie von Premier Xavier Bettel, Verteidigungsminister François Bausch und General Alain Duschène, Oberbefehlshaber der Armee, willkommen geheißen wurden. Nachdem das Königspaar Blumen am Monument niederlegt und das ewige Feuer vor dem Denkmal entfacht hatten, begaben sich die hohen Gäste ins Innere des Monuments, wo Jean-Claude Muller, in seiner Eigenschaft als Verantwortlicher des „Service de la mémoire de la Deuxième Guerre mondiale“ Erklärungen über das zum Gedenken an die Toten des Zweiten Weltkrieges und zur Erinnerung an den Widerstand und die Solidarität des Luxemburger Volkes gegen die nationalsozialistische Besatzung errichtete Monument gab. Die Gedenkstätte wurde 1971 eingeweiht. Beim Verlassen des Monumentes begrüßte das belgische Königspaar die Fahnenträger, die Mitglieder des „Comité pour la mémoire de la Deuxième Guerre mondiale“ sowie die Vertreter der patriotischen Bewegungen und Vereinigungen.

Anschließend waren König Philippe und Königin Mathilde Gäste von Erbgroßherzog Guillaume und Erbgroßherzogin Stéphanie, die zum Mittagsmahl ins Palais eingeladen hatten. Das Königspaar traf dann nacheinander mit Parlamentspräsident Fernand Etgen, Premier Xavier Bettel und Außenminister Jean Asselborn zusammen. Im Mittelpunkt standen die ausgezeichneten bilateralen Beziehungen sowie Probleme der internationalen Politik.

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Akademische Sitzung auf „Knuedler“

Nach einem kurzen Rundgang über die „Corniche“ unter der Führung von Marc Angel, Präsident des „Luxembourg City Tourist Office“ (LCTO), begaben sich König Philippe und Königin Mathilde in Begleitung von Großherzog Henri zum Rathaus auf „Knuedler“, wo die Stadt Luxemburg zur akademischen Sitzung lud. Auf der Rathaustreppe wurden die hohen Gäste von Bürgermeisterin Lydie Polfer willkommen geheißen. Nachdem Maxime Schmit der Königin Blumen überreicht hatte, wurden die Mitglieder des Schöffen- und des Gemeinderates dem Königspaar vorgestellt.

In ihrer Ansprache erinnerte Bürgermeisterin Lydie Polfer daran, dass sie vor über 25 Jahren König Albert II. und Königin Paola im Rahmen ihres ersten Staatsbesuches, der sie im März 1994 ins Großherzogtum führte, im Rathaus auf „Knuedler“ willkommen heißen konnte. Polfer wies auf die  starken historischen Bindungen zwischen Belgien und Luxemburg hin.  Im  Jahr 1921 wurde die Belgisch-Luxemburgische Wirtschaftsunion gegründet, die dann zu einer noch intensiveren Zusammenarbeit und zur Gründung der Benelux-Allianz (1948) führen sollte. Belgien und Luxemburg waren Mitbegründer zahlreicher internationaler Institutionen wie Europarat, Europäische Union, Nato, Vereinte Nationen. Beide Nationen sind für ihr starkes europäisches Engagement bekannt, sagte die Bürgermeisterin.

Ausklingen sollte der erste Tag des Staatsbesuches von König Philippe und Königin Mathilde mit einem Galadinner zu Ehren des belgischen Königspaares im Palais. Diesem Dinner wohnten unter anderem auch Erbgroßherzog Guillaume und Erbgroßherzogin Stéphanie bei. In ihren jeweiligen Ansprachen gingen Großherzog Henri und König Philippe auf die langjährigen, privilegierten Beziehungen zwischen Belgien und Luxemburg ein.  Beide Redner erinnerten daran, dass beide Nationen die Überzeugung teilen, dass Europa den europäischen Bürgern bereits zahlreiche Fortschritte ermöglicht hat. Während Großherzog Henri darauf hinwies, dass die Partnerschaft der beiden Nationen „aus Belgien und Luxemburg eine Schicksalsgemeinschaft“ gemacht hat, sagte König Philippe, dass der Staatsbesuch dazu beitragen soll, „den Bürgern beider Nationen eine vielversprechende Zukunft zu sichern“.