LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

„Bazar international du Luxembourg“: das multikulturelle Highlight am ersten Adventswochenende

Gleich im Eingangsbereich stiegen einem die verschiedensten Essensdüfte in die Nase. Die Information, dass allerlei kulinarische Leckereien in den beiden Luxexpo-Hallen warteten, wurde sofort vom Gehirn in den Magen weitergeleitet, der in freudiger Erwartung grummelte, während einem schon das Wasser im Mund zusammenlief. So dürfte es am Wochenende vielen Besuchern des 59. „Bazar international du Luxembourg“ in der „Luxexpo The Box“ ergangen sein. Traditionell findet er am 1. Adventswochenende unter der Schirmherrschaft von Großherzogin Maria Teresa statt.

Schlemmen für den guten Zweck

Der Bazar gilt als die größte internationale und unabhängige Wohltätigkeitsveranstaltung des Landes und zieht jedes Jahr tausende Menschen aus dem In- und Ausland an. Kein Wunder, nirgends sonst kann man sich an einem einzigen Wochenende durch die verschiedenen Nationen dieser Welt schlemmen. Im Vordergrund steht derweil die Unterstützung von Wohltätigkeitsprojekten, die die Bekämpfung von Armut in Europa und Entwicklungsländern zum Ziel haben. 2018 waren 600.000 Euro an 75 solcher Projekte gegangen. Die gleiche Zahl an Wohltätigkeitsprojekten wird mit dem Erlös dieses Jahr unterstützt, wobei als Hauptprojekt eine niederländische Organisation ausgewählt wurde, die im Nepal für „Free a Girl“ arbeitet, die im Himalaya-Gebiet gegen illegalen Menschenhandel und Kinderprostitution kämpft.

Insgesamt 61 Nationen waren beim diesjährigen „Bazar international du Luxembourg“ mit 73 Ständen vertreten. Die Auswahl an landestypischen und kulinarischen Produkten war enorm. Jedes Land war mit einer großen Auswahl an modischen Accessoires und Kunstobjekten angereist. Überall wurde geköchelt, gegrillt und frisch angerichtet. Thailand lockte mit Nems und Pad thai chicken, direkt daneben verkaufte Rumänien Kurtos, aber auch traditionelle Kleidung und Schmuck, während vom aserbaidschanischen Stand Musik mit ordentlich Wumms aus den Lautsprechern dröhnte. Viele der ehrenamtlichen Helfer waren in ihre typischen Landestrachten gekleidet, was das Ganze zu einem noch farbenfroheren Spektakel machte.

Eine regelrechte Geschmacksexplosion

Man konnte Tee aus Ruanda trinken, Samosa aus Pakistan schlemmen, Lubla Polo und Khotesht Ghelme am iranischen Stand ausprobieren, wo auch Teppiche erworben werden konnten. Liechtenstein verkaufte Adventskränze und Weihnachtsdeko sowie „Gelée de Noël“, Burundi lockte mit Chutney Mango und einem Cocktail namens Buju. Dichtes Gedränge herrschte auch am Stand von Kroatien, wo Cevapcici serviert wurde, während Ungarn allerlei Süßes im Angebot hatte. Belgien versuchte die Besucher mit einer Tombola an seinen Stand zu locken, wo es aber natürlich auch Gaufres de Liège und de Bruxelles gab. Irland reichte Häppchen mit Räucherlachs, am spanischen Stand gab’s Paella, Empenada und Gazpaccho. Ägypten hielt Kofta und Shish Taiuk für die Leckermäulchen bereit. Sushi wurde am japanischen Stand zubereitet, die Schweiz war mit Käsefondue-Zubehör und Schokolade angereist. Käse aus Holland konnte man ein paar Meter weiter kaufen, wo man sich noch ein paar „lekkere bitter Ballen“ sowie ein kühles Heineken munden lassen konnte. Ceviche für die Hungrigen und ein Pisco Sour für die Durstigen gab es am Stand von Peru. Ein Zwischenstopp an Venezuelas Rum Bar bot sich ebenfalls an. Die „Rieslingspaschtéit“ aus Luxemburg durfte natürlich auch nicht fehlen. Noch dazu entführten zahlreiche musikalische und tänzerische Darbietungen die Zuschauer in alle Teile der Welt.

Das „Bazar international du Luxembourg“ ist tatsächlich jedes Mal wieder ein einzigartiges multikulturelles und multikulinarisches Erlebnis, kurzum: ein Fest für alle Sinne. Schade war am Ende nur, dass man während dieser Weltreise dann doch nicht so viel essen konnte, wie man eigentlich gerne ausprobierte hätte...