LUXEMBURG
NORA SCHLEICH

Das „Food For Your Senses“ lebt von der Energie des Teams

Die Fans der Luxemburger Festivalszene streichen sich dieses Wochenende dick im Kalender an: Vom 4. bis zum 6. August heißt es wieder „Food For Your Senses“ (FFYS) für alle Musik- und Kunstbegeisterten aus Luxemburg und Umgebung. Neben den musikalischen Acts ist das Festival auch seit langem dafür bekannt, Künstlern eine Plattform zu bieten, vom Newbie bis zum etablierten Schaffenden, vom Poeten bis zum Bildhauer. Neben den kreativen Sphären gibt es aber auch noch vieles mehr zu entdecken, so gibt es beispielsweise die „Sens’Area“, und den „Hang Out Garden“ wo man sich gemütlich vom Tanzen und Feiern erholen kann, oder kulinarische Highlights, dank denen sich die Gäste mit Gerichten aus aller Welt den Bauch voll schlagen können.

Die Food For Your Senses asbl

Um dieses bunte Angebot zusammenzustellen und das FFYS-spezifische Flair aufkommen zu lassen, braucht es eine spezielle Dynamik in der Organisation. Dass eine so besondere Atmosphäre herrscht, ist jedem Einzelnen zu verdanken, der sich an der Planung, Entstehung und Entwicklung beteiligt. Denn genau hierin liegt das Ausgefallene des Festivals: Die gesamte Organisation und Verwirklichung liegt in den Händen derer, die sich in ihrer Freizeit fürs FFYS engagieren.

Daraus ergibt sich eine attraktive Stimmung, die sich in der besonderen Atmosphäre des Festivals niederschlägt: Alle die, die am FFYS mitarbeiten, tun dies aus eigener Überzeugung.

„Das Wichtigste ist nämlich, Lust zu haben, etwas Originelles für Andere machen zu wollen. Das Festival funktioniert nur, weil wir als Freiwillige komplett dahinter stehen!“, bemerkt Rita Rommerskirchen, die in der Communication-Crew tätig ist, „da jeder aus freien Stücken zu uns kommt und mitarbeiten will, ergeben sich meist sehr angeregte und anregende Diskussionen, aus denen dann Ideen zur Verwirklichung entstehen. Vielleicht dauert es manchmal etwas länger, sich zu einigen, aber das, was gemeinsam erreicht werden kann, ist beeindruckend. Ich finde es toll, dass man zusammen so etwas Fantastisches auf die Beine stellen kann!“ Die Organisation eines solchen Festivals braucht natürlich mehr als Diskussionsrunden und Ideen-Sketching.

Das gesamte FFYS-Team zeichnet sich durch eine beachtliche Professionalität und Struktur in den einzelnen Arbeitsvorgängen aus. Gegliedert werden die Arbeitsbereiche in verschiedene Gruppen, so wie ‚Site & Design, Communication“, „Catering“, „Arts“, „Program and Production“, „Volunteers“, Sicherheit, Mobilität und die unabdingbare „Admin“-Crew, die sich um die globale Koordination und Administration der Food For Your Senses asbl, sowie deren Finanzierung kümmert. Hier arbeitet meist der gleichbleibende „harte Kern“ an Leuten zusammen. Zu den anderen Gruppen stoßen stets neue Interessierte dazu. Jeder, der etwas beisteuern will, kann sich jederzeit melden, auf der Homepage des Festivals gibt es ein Anmeldeformular dafür.

Es werden nämlich nicht nur einsatzfreudige Leute gesucht, die aktiv an den Arbeitsgruppen teilhaben. Auch Aufbau-, Papp- und Flyeraktionen leben von der Motivation der Einzelnen, das FFYS gemeinsam zu etwas Spektakulärem zu machen. Die Crew mobilisiert von daher ständig aufs neue Leute, die am „Spirit“ des Festivals teilhaben wollen, sei dies im Vorfeld bei der Planung und beim Aufbau, oder die während des Festivals selbst eingesetzt werden. Am 29. April um 15.00 auf dem Kirchberg, also ganz nahe am Ort des Geschehens, findet ein Treffen statt, bei dem sich interessierte „Volunteers“ Informationen zur Mitarbeit holen können.

Viele Aufgaben für die Teams

Über die gemeinschaftliche Facebook-Gruppe werden Meetings organisiert, die meist einmal im Monat stattfinden. Dort wird dann die Entwicklung der jeweiligen Projekte vorgestellt, sowie die nächsten wichtigen Etappen besprochen. Die einzelnen Teams haben nämlich mehrere Aufgaben zu meistern. So muss die „Catering“-Gruppe nicht nur dafür sorgen, dass ein möglichst attraktives und breitgefächertes Angebot an Speisen bereitgestellt werden kann, sondern hat sich auch mit den technischen Anforderungen des Essbereichs auseinander zu setzen. Wie viel Strom braucht der Brutzelstand? Wo kann das Essen gelagert werden? Zudem gilt es, die Ansprüche der interessierten Anbieter zu erfüllen, sowie diese auch auf die eigenen Anforderungen hinzuweisen: Bitte möglichst wenig Plastik, biologisch abbaubares Geschirr, Produkte am Besten aus der Region. Die gesamte Koordination dieses Bereichs wird von den Vier der „Catering-Crew“ gemeistert. „Es heißt nicht umsonst Food For Your Senses - ein qualitatives und facettenreiches Angebot an Essen und Trinken ist für das Food ebenso wichtig wie die künstlerischen Acts!“, erklärt Bob Braun.

Auch das Kommunikations-Team hat eine große Verantwortung zu übernehmen, denn ohne Pressearbeit, Präsenz in den Sozialen Medien, Flyer, Poster, Aufkleber, und Co. würde ein ganz wichtiger Faktor des Festivals fehlen. Das Design der Poster und Flyer wird gemeinsam ausgearbeitet und auch, wie und in welchem Rhythmus oder zu welchem Zeitpunkt die Informationen online freigegeben werden, damit die größtmögliche Aufmerksamkeit auf das FFYS gelenkt werden kann.

Den künstlerischen Aspekt des Festivals in Szene zu setzen wissen auch die Mitglieder des ‚Arts‘-Teams. So werden hier im Vorfeld Workshops angeboten, die jungen Künstlern dazu verhelfen sollen sich auf dem künstlerischen Weg zu etablieren. In Zusammenarbeit mit bereits erfahreneren Artisten werden hier Themen wie das Erstellen eines Portfolios, oder das Anlegen einer Ausstellung behandelt. Im Tandem aus Sachkundigen und Nachwuchskünstlern werden so tolle Kreationen geschaffen, die während des Festivals auch ausgestellt werden. Als zusätzliche „Eye-Catcher“ soll es auf dem Gelände auch einige größere Installationen geben.

Ganz facettenreiche Aufgaben warten also jedes Jahr auf ein Neues auf die zahlreichen Freiwilligen, die sich mit ganzem Herzen engagieren wollen, um aktiv etwas zu „ihrem“ Festival beisteuern zu können. Die Gäste des FFYS werden es ihnen danken, weil eben doch dieses aus dieser dynamischen Zusammenarbeit entstehende, ganz individuelle Flair das Treffen im August zu etwas ganz Besonderem macht.