LUXEMBURG
DANIEL OLY

Rückblick auf die Tolkien-Filmtrilogien

Regisseur Peter Jackson selbst hatte es nicht machen wollen: Nach dem großen Arbeitsaufwand bei der Produktion der „Herr der Ringe“-Verfilmungen schwor er sich, nie wieder ein solch aufwendiges Abenteuer in Angriff zu nehmen.

Dass es dennoch zu der Verfilmung des „Der Hobbit“-Kinderbuchs aus Professor Tolkiens talentierter Feder kam, ist einigen Umständen zu verdanken, deren interessante Erzählung den Rahmen dieses Artikels mühelos sprengen würde. Die Frage ist daher eher: Das Experiment, ein kleines, dünnes Kinderbuch in ein gewaltiges dreiteiliges Filmepos zu verwandeln - ist es geglückt?

Spektakuläre Unterhaltung mit Charakter

Absolut. Freunde von Jacksons Filmstil werden demnach auch an dem letzten Teil der „Hobbit“-Saga mit Sicherheit Gefallen finden: Die große Schlacht vor den Toren des Zwergenkönigreiches zeigt sich unterhaltsam und keineswegs wie befürchtet zu lang. Liebhaber von spektakulären Kampfsequenzen, wilden Kamerafahrten und abgedrehten Spezialeffekten kommen dabei auf ihre Kosten, ebenso wie Anhänger bestimmter Langohren in grünen Leibchen. Kurzum: Die große Schlacht der fünf Armeen als eines der zentralen Motive des letzten Kapitels ist solide umgesetzt. Dass es dabei als eine große, langatmige Actionsequenz umgesetzt wird, liegt in der Natur der Sache - Orks pausieren nunmal ungern im Schlachtgetümmel, um über philosophische Themen zu fachsimpeln.

Gleichzeitig bringt der dritte Teil auch charakterlich zu Ende, was in den ersten beiden Filmen bereits vorbereitet wurde: Durch den selbst auferlegten Druck seiner Vorväter nahezu zum Wahnsinn getrieben, zeigt sich Richard Armitage als Thorin in Höchstform - sein verblendetes Handeln nachvollziehbar, seine Wut verständlich.

Umso ergreifender seine Erkenntnis am Ende des Films. Auch Bilbos Wandlung zu einem treuen, tapferen und schlauen Abenteurer findet hier ein passendes Ende. Tolkiens „Der Hobbit“-Bildungsroman läuft in diesen Szenen zur Höchstform auf. Trotzdem merkt man dem Film die bisweilen fehlende Grundlage an: Ganz so spannend wie die Vorgänger ist der dritte im Bunde dann leider doch nicht.

Abschied

Viel wichtiger als der Schlachtlärm ist aber, dass mit dem Ende der „Hobbit“-Trilogie zugleich auch das Ende unserer Abenteuer in der wundervollen Welt Mittelerdes eingeläutet wird. Und auch hier kann der letzte „Hobbit“-Teil punkten: Mit einigen schönen Details und Hinweisen auf das „alte“ Trio reiht er sich - und damit die ganze „Hobbit“-Trilogie - nahtlos in die bestehende Tolkien-Filmerzählung ein und lässt beide Reihen wie aus einem Guss erscheinen. Mittelerde-Puristen mögen sich wie in der Vergangenheit an den extravaganten Actionsequenzen stören - und dennoch: Näher dran an der Fantasywelt rund um Hobbits, Elfen, Zwerge und Orks kommt man nirgendwo sonst. Irgendwie schade, dass es jetzt vorbei ist.