LUXEMBURG
ADELA FUENTES

Seit rund neun Jahren gibt es in Luxemburg die Tierschutzorganisation Amiavy, die sich auf unterschiedliche Art und Weise für das Wohl von Haustieren einsetzt. Die ehrenamtlich engagierte Lehrerin Adela Fuentes klärt über die Arbeit des gemeinnützigen Vereins auf.

„Der gemeinnützige Verein Amiavy setzt sich seit seiner Gründung im Jahr 2009 zum Wohle von Haustieren ein. Wir nehmen etwa Beagle-Laborhunde aus Frankreich auf und versuchen sie, durch die Unterbringung in einer Pflegefamilie zu rehabilitieren. Außerdem unterstützt Amiavy Tierheime in Portugal, Spanien und Bulgarien, indem wir Rechnungen für Futter oder die Behandlung durch einen Veterinär übernehmen. Wir legen dabei Wert auf Transparenz. Zum Beispiel haben wir uns ein Tierheim in Porto vor Ort angeschaut, um uns von der Seriosität der dort geleisteten Arbeit zu überzeugen.

In Luxemburg helfen wir außerdem Familien, die ihren Hund oder ihre Katze nicht mehr halten wollen oder können, bei der Vermittlung in eine neue Adoptionsfamilie und so muss das Tier nicht in ein Tierheim. Wir legen dabei großen Wert darauf, uns ein Bild der interessierten Familien zu machen, uns ihr Zuhause anzusehen oder auch zu klären, ob die Adoptiveltern auch die damit verbundenen Kosten tragen können. Denn ein Haustier aufzunehmen heißt, Verantwortung zu übernehmen. Leider gibt es auch hierzulande Akteure, die keine seriöse Vermittlung betreiben. Wir legen übrigens jedem nahe, der sich ein Haustier zulegen will, eine Adoption aus einem Tierasyl oder über den Tierschutz, in Erwägung zu ziehen. Es ist eine ganz andere Erfahrung, einen Hund oder Katze auf diese Weise bei sich aufzunehmen und zu beobachten, wie sich nach und nach ein Vertrauensverhältnis entwickelt.

Seit fünf Jahren ist Amiavy auch in Schulen unterwegs, um über Themen wie artgerechte Tierhaltung oder Tierschutz zu sprechen. Junge Menschen für diese Fragen zu sensibilisieren ist äußerst wichtig für ihr späteres Sozialverhalten und es ist bemerkenswert zu beobachten, wie vernünftig Kinder - manchmal vernünftiger als manch Erwachsene - an die unterschiedlichen Themen herangehen. Dass man beispielsweise keinen Hund halten sollte, wenn fast den ganzen Tag über niemand da ist, der sich um das Haustier kümmern kann.

Auch wenn es, weil das Thema Tierschutz, Teil des Lehrplans des Fachs Leben und Gesellschaft (vieso) ist, inzwischen einfacher ist, als Amiavy in Schulen zu gehen und das Thema Tierschutz anzusprechen, so wäre es doch wünschenswert, noch eine größere Unterstützung zu erhalten. In Deutschland, wo der Tierschutzunterricht etabliert ist, habe ich als Lehrerin an einer spezifischen Weiterbildung teilgenommen. Doch für Unterrichtsstunden spezifisch zu Themen wie Tierversuchen oder -transporten fehlt schlicht die Zeit. Insgesamt wäre es deshalb gut, dem Tierschutzunterricht, beispielsweise durch Freistellungen, mehr Platz einzuräumen.“

Mehr Informationen unter amiavy.com und auf Facebook