Gestern fand in der „Fleegestatioun fir wëll Déieren“ der alljährliche Tag der offenen Tür statt. Das Event war wiederum ein Publikumsmagnet, zu dem sich auch sehr zahlreiche „Tierpaten“ eingefunden hatten. Es ist nämlich möglich, eine Patenschaft für eins der vielen Tiere - über 2.000 Wildtiere jährlich werden hier aufgenommen - zu übernehmen und so für ihren Unterhalt zu sorgen. Das „Journal“ hat mit einer jungen freiwilligen Helferin über die Arbeit mit den Tieren gesprochen. Michelle Liesch (18) kennt die Station schon seit ihrer Kindheit und liebt die Arbeit mit den Tieren.
Wie bist Du auf die Idee gekommen als freiwillige Hilfskraft für die „Fleegestatioun fir wëll Déieren“ zu arbeiten?
Michelle Liesch Meine Tante arbeitet seit ihrer Jugend hier und sie hat mich als Kind immer hierhin mitgenommen. Da ich dieses Jahr 18 geworden bin, darf ich endlich offiziell hier mithelfen.
Was gefällt Dir an dieser Arbeit besonders?
Liesch Ich arbeite generell sehr gerne mit Tieren und wollte auch immer etwas in dem Bereich tun. Meine Zukunftspläne haben sich zwar in Zwischenzeit geändert, aber ich komme trotzdem sehr gerne hierhin, um mich mit den Tieren zu beschäftigen.
Gibt es Dinge, die Dir nicht so gefallen, oder Situationen, die Du schwierig findest?
Liesch Es gibt Perioden, während denen wir sehr viele Vögel hier haben. Zur Zeit haben wir zwischen 80 und 90 Schwalben, die jede halbe Stunde gefüttert werden müssen. Manchmal ist das etwas anstrengend. Am schwierigsten an diesem Job ist natürlich, wenn ein Tier in der eigenen Hand stirbt. Diese Momente gehen mir dann schon ganz schön nah.
Was war bislang Deine schönste Erfahrung mit einem Tier?
Liesch Ich hatte eine sehr schöne Erfahrung mit einem jungen Waschbären. Er war noch sehr klein. Eigentlich klettern die von sich aus, aber dieser kleine Waschbär hat das irgendwie nicht so richtig hinbekommen. Ich habe dann an einem Baum mit ihm Klettern geübt. Allerdings hatte er nicht wirklich Lust darauf, und ich musste ihn mit einer Banane locken, damit er überhaupt auf den Baum steigt. Der Baum hat ihm schlussendlich doch nicht so ganz gefallen. Der kleine Waschbär bevorzugte es, mir die Hose hochzuklettern. Das war sehr unterhaltsam.
Es ist doch ziemlich ungewöhnlich, dass Waschbären in Luxemburg sind. Wie gelangen die hierher?
Liesch Das ist wahr! Luxemburg ist eigentlich nicht der Lebensraum eines Waschbären. Es scheint ein neuer Trend zu sein, Waschbären als Haustiere zu halten. Die Tiere, die dann weglaufen, landen bei uns. Wir können diese natürlich nicht auswildern, da hier nicht ihr gewohntes und natürliches Umfeld ist.
Macht ihr manchmal die Erfahrung, dass Leute sich weigern, einem Tier in Not zu helfen?
Liesch Wir haben manchmal Fälle, wo Leute uns anrufen und sich nicht trauen, das Tier anzufassen oder fürchten, gebissen zu werden. Meistens ist es aber so, dass die Leute sehr hilfsbereit sind und alles versuchen, um dem Tier zu helfen. Angeblich wollte einmal eine Frau ein kleines Eichhörnchen einfach mit zu sich nach Hause nehmen und es dann als Haustier großziehen. Solche Ideen müssen wir den Leuten ganz nett und höflich wieder ausreden.
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