PETINGENGASTON FREYMANN

„Europa unter einem Dach“ - Ein Projekt zur touristischen Entwicklung im Luxemburger Süden

Die Gemeinde Petingen sei bereits seit längerem um eine Aufwertung ihrer regionalen Freizeiteinrichtungen, insbesondere des Hallenbades, mit einer damit einhergehenden beabsichtigten Frequenzsteigerung bemüht, hieß es von Schöffe Roland Breyer, (CSV), zuständig für den Tourismus, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates.

Er stellte Petingen als eine Gemeinde vor, die eine Vielfalt an Attraktionen zu bieten habe, die auch alle gut funktionierten, egal ob Sport, Kultur oder Freizeit. Breyer bedauerte jedoch, dass die Gemeinde Petingen lediglich einen Stundentourismus kenne, der viele Besucher aus der Großregion bei den verschiedensten Anlässen anzieht. Auf touristischer Ebene könnte jedoch deutlich mehr erreicht werden. Jedoch fehle es dazu an den nötigen Hotels und Übernachtungsmöglichkeiten, schlussfolgerte der Schöffe.

Gleichzeitig wies er auf den Masterplan für die „Tourismusregion“ im Süden Luxemburgs mit wichtigen Zeichen zur touristischen Bewusstseinsbildung hin.

Spezialist im Bereich Jugend-und Familientourismus

Seit 25 Jahren werden die Ski-Klassen der Gemeinde in JUFA-Gasthäusern in Österreich untergebracht. Mit fünfzig Standorten in Österreich, Deutschland Ungarn und rund einer Million Übernachtungen jährlich gilt JUFA als Marktführer im Bereich Jugend-und Familientourismus. JUFA, die nicht nur ein Beherbergung, sondern vielfältige Angebote übers ganze Jahr bietet, hat sich zum Ziel gesetzt, ihre Aktivitäten auch nach Luxemburg zu erstrecken.

Für Gerhard Wendl, Vorstand der JUFA Jugend- und Familienhäuser, der das Projekt dem Gemeinderat vorstellte, bietet die Gemeinde Petingen aufgrund ihrer zentralen Lage in Europa für die Verwirklichung eines Themen-Schwerpunktes („Europa unter einem Dach“) ein großes örtliches wie inhaltliches Potenzial und stellt für die Jugend- und Familiengasthäuser eine attraktive Möglichkeit dar, ihre Unternehmensphilosophie als nachhaltiger Anbieter von Jugend- und Familientourismus, in einem neuen Rahmen und vor allem als ersten JUFA-Standort im Großherzogtum zu realisieren. Sprach-, Familien- und Schulprogramme werden ebenso ein Teil des Angebotes von JUFA sein, wie ein Café Europa, dem Treffpunkt der Nationen, und ein Garten der Regionen.

Das Projekt, das in Rodange in der Nähe der Badeanstalt PiKo entstehen soll, umfasst ein Hotel mit 145 Betten, was etwa 45 Zimmern entsprechen dürfte. Es entsteht auf einer gemeindeeigenen Liegenschaft auf Basis eines langfristigen Baurechtes von mindestens 30 Jahren. Die erforderlichen Infrastrukturarbeiten, die zu Lasten der Gemeinde gehen, dürften zwischen vier und fünf Millionen Euro kosten. Bei der Enthaltung der Räte Becker und Scheuer (déi gréng), bekam der Schöffenrat den Auftrag, die Verhandlungen zu intensivieren.

830.000 Euro für perfekte Sanierung der Parkschule

In der Haushaltsvorlage 2013 waren 650.000 Euro für Sanierungsarbeiten in der Parkschule vorgesehen. Einer provisorischen Aufschlüsselung zufolge liegen die bisherigen Ausgaben bei 830.000 Euro. Bürgermeister Pierre Mellina (CSV) unterstrich, dass es sich hier um ein schwieriges Dossier gehandelt habe, bei dem man unter Zeitdruck gestanden habe und immer wieder neue Probleme durch ein Kontrollbüro festgestellt wurden.

Jean-Claude Bouché neues Ratsmitglied

Nach der letzten Sitzung des Gemeinderates hatte Gilbert Welter, Erstgewählter auf DP-Liste, aus Altersgründen seinen Rücktritt eingereicht. Nachdem Marie-Josée Quintus und Jean Nau, die beiden nächst Gewählten auf ein Mandat verzichtet hatten, vereidigte Bürgermeister Pierre Mellina vor einigen Tagen Jean-Claude Bouché als neuen DP-Vertreter im Gemeinderat.

Der pensionierte Polizeikommissar verspricht eine kritische, faire und vor allem konstruktive Zusammenarbeit, wobei er sehr viel Wert auf einen respektvollen Umgang legt.