LUXEMBURG
JEFF KARIER

Kinepolis Kirchberg hat neuen 4DX-Saal präsentiert

In Zeiten von Streaming-Plattformen wie Netflix oder demnächst Disney+ versuchen Kinos Kunden mit besonderen Angeboten, wie etwa Themenabende sowie Neuheiten anzuziehen. Eine solche Neuheit bietet nun das Kinepolis Kirchberg. Hier wurde einer der kleineren Kinosäle, der zuvor Platz für 194 Personen bot, umgebaut und mit dem 4DX-System ausgestattet. Nun bietet der Saal Platz für 116 Gäste, die durch das neue System ein immersives und actionreiches Filmerlebnis erfahren sollen.

Für alle Sinne

Denn hier werden unter anderem Bewegungen, Gerüche und Wind aus dem Film auf die Zuschauer übertragen. Dies gelingt in erster Linie durch Sitze, die in Blöcken von vier durch Motoren angetrieben sich in alle Richtungen neigen können. Sie können außerdem Erschütterungen erzeugen und versprühen sowohl Wasser - wenn es etwa im Film regnet - oder Düfte. Ventilatoren links und rechts unterhalb der Decke sorgen für Wind und es kann sogar schneien. Hinzu kommen noch Nebelmaschinen unterhalb der Leinwand.

Ähnliche Kinos kennt man aus Vergnügungsparks, dann allerdings mit kurzen Filmen. Dass große Kinofilme etwa aus Hollywood so gezeigt werden, ist zumindest für Luxemburg neu. Weltweit gibt es jedoch mittlerweile rund 600 Kinosäle mit dem 4DX-System. Hinter dem System steckt eine südkoreanische Firma, die sehr eng mit den Hollywoodstudios zusammenarbeitet und die Effekte in Absprache mit dem Regisseur auf die Filme abstimmt.

Auch Kinepolis betreibt im Ausland bereits mehrere solche Säle und ist laut eigener Aussage zufrieden mit den dortigen Besucherzahlen. Gleichzeitig betonte Bob Claeys, Forschungs- und Entwicklungsleiter von Kinepolis, dass es sich bei 4DX um ein Nischenprodukt handelt, das nicht das Kino, wie wir es kennen ablösen soll. Es soll vielmehr ein besonderes Erlebnis sein, das intensiv und aufregend ist.

Nicht für jeden geeignet

Ähnlich wie auf einer Achterbahn sollten einige Personen von dem Besuch des 4DX-Saals absehen. Etwa Schwangere, Kinder, die kleiner als einen Meter sind oder Personen die physisch oder mental sensibel auf Stimulation reagieren. Die genauen Details finden sie unter www.kinepolis.lu. Verboten sind außerdem offene sowie Heißgetränke. Und bei actionreichen Szenen sollte man besser aufs Essen und Trinken verzichten, da man sich sonst leicht verschlucken könnte.

Im Rahmen der Vorstellung wurden insgesamt drei Trailer beziehungsweise Ausschnitte gezeigt, die die Möglichkeiten des Systems zeigen sollten. Angefangen bei einem speziellen 4DX-Trailer, bei dem das System komplett ausgereizt wurde, gefolgt von dem aktuellen „Spider Man: Far from Home“-Trailer, der etwas pointiert mit den Effekten umging. Beide waren noch in 2D.

Die 3D-Brille setzten die Pressevertreter sich bei einem Ausschnitt aus dem gestern angelaufenen „Avengers: Endgame“ auf, der nur so vor Action strotzte. Entsprechend wurden wir durchgeschüttelt. (Leider handelte es sich um einen Ausschnitt, der bereits viele Überraschungen aus dem Film vorwegnahm. Eine in unseren Augen schlechte Entscheidung).

Geschmackssache

Das System als solches ist beeindruckend und definitiv ein intensives Erlebnis. Besonders bei Horrorfilmen muss es eine sehr einnehmende Erfahrung sein.
Je nach Film und dessen Laufzeit dürfte es jedoch auch recht anstrengend sein. Definitiv nicht für jeden etwas, aber
wer solche Attraktionen mag, wird viel Spaß mit dem neuen 4DX-Saal von Kinepolis haben.

Ein Ticket für eine Filmvorführung in dem neuen Saal kostet sechs Euro Aufpreis.