LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

Bürger setzen sich gegen Ausbau des Tanklagers im Hafen von Mertert zur Wehr

Die Gemeinden Mertert und Grevenmacher setzen sich seit Monaten gegen den Ausbau des Tanklagers im Hafen von Mertert zur Wehr. Bei einem Unfall wäre die Katastrophe vorprogrammiert, heißt es von Seiten der beiden Schöffenräte, die in erster Linie Probleme mit dem geplanten Standort der zusätzlichen Tanks haben.

Am vergangenen Samstag trafen sich die Bürger der beiden Gemeinden in Grevenmacher, um gegen das Vorhaben der Regierung zu demonstrieren. Friedlich begaben sie sich bis zu dem Tanklager im Merterter Hafen und dann wieder zurück ins Zentrum von Grevenmacher, wo die Gemeindeverantwortlichen Stellung zu ihren Sorgen bezogen.

Der Grevenmacher Bürgermeister Léon Gloden wies drauf hin, dass die betroffenen Gemeinden derzeit keine rechtliche Möglichkeiten hätten, um gegen das Vorhaben vorzugehen. „Erst im Rahmen des Commodo-Incommodo-Verfahrens können die Gemeinden und die Bürger ihre Einwände gegen den Ausbau vorbringen“, hielt Gloden fest.

Der Grevenmacher Bürgermeister rief dann auch alle Bürger auf, von dieser Möglichkeit im gegebenen Fall Gebrauch zu machen. Sollte dies alles nichts fruchten, „werden wir vor dem Verwaltungsgericht klagen“, stellte Gloden klar. Auch unterstrich der Redner, dass kein Grevenmacher Bürgermeister die Baugenehmigung für den Ausbau des Tanklagers erstellen werde.

Léon Gloden wies noch einmal in aller Deutlichkeit auf das mangelnde Equipment der luxemburgischen Feuerwehren hin, die im Ernstfall auf die Unterstützung der BASF-Feuerwehr angewiesen seien. Gloden versicherte darüber hinaus: „Auch wenn noch keine definitive Entscheidung für den Tanklagerausbau gefallen ist, so werden wir weiter kämpfen“.

Für den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Konz (D), Karl-Heinz Frieden, müssen noch mehr Leute aus der Region für die Tanklagerproblematik sensibilisiert werden. Der Redner erinnerte daran, dass im Falle einer Katastrophe nicht nur die Anrainergemeinden von den Auswirkungen betroffen seien. Bei einem Feuer werde „die Luft tagelang mit giftigen Dämpfen belastet“. Dies müsste auch in Mertert berücksichtigt werden, meinte Frieden, der den luxemburgischen Gemeinden die Unterstützung von deutscher Seite zusicherte.