CLAUDE KARGER

„Le Monde“ beförderte dieser Tage das Großherzogtum: „Le Luxembourg, bientôt royaume du cannabis“, titelte das Blatt und ergänzte: „Une mesure dans la lignée de la politique progressiste assumée du premier ministre Xavier Bettel“. Der habe es „in extremis“ verstanden, seine Koalition zu retten und „dans la foulée, dévoiler un programme tonitruant, à faire pâlir les „gilets jaunes“ - qui n’existent pas dans ce pays figurant parmi les trois plus riches au monde.“ Zu den Gelbwesten erlaubte sich der Staatsminister beim Brüsseler Gipfel übrigens einen Spaß gegenüber einem Reporter der französischen Satire-Show „Quotidien“. Nach den Demonstranten im Hexagon gefragt, meinte er nämlich zunächst, in Luxemburg könne man „gilets jaunes“ an den Tankstellen kaufen und fügte bei, im Ländchen habe man den letzten Generalstreik vor 25 oder 30 Jahren gekannt, „das ist etwas, das sie in Frankreich nicht kennen“. Schlagfertig zeigte sich der Regierungschef auch gegenüber einem britischen Journalisten, der fragte, ob Bettel wirklich das Risiko eines Brexit-No-Deal eingehen und der armen Frau May nicht doch noch etwas entgegen kommen wolle. Die Antwort: „Brexit is your choice not mine“ wurde über Nacht in Kult-Clips verarbeitet. Die Macher setzten dem Premier gar der Coolness wegen eine Sonnenbrille auf. #Thuglife halt.