LUXEMBURG
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Nationalfeiertag in Corona-Zeiten: kleine Zeremonie, großes Danke an Freiwillige und Gesundheitspersonal

Mit einer kleinen öffentlichen Zeremonie haben der Staatschef, Regierungsmitglieder, Abgeordnete sowie Vertreter der hauptstädtischen Schöffenrats, des Staatsrats, der Magistratur, des diplomatischen Corps, der Armee und der Polizei am Dienstag den Nationalfeiertag 2020 begangen. Bei seiner Ansprache vor dem nationalen Monument der Solidarität ging Premierminister Xavier Bettel auf die bewegten vergangenen Wochen infolge der Coronavirus-Pandemie ein. Die elementaren Freiheiten eines jeden „mussten eingeschränkt werden im Kampf gegen das Virus“. Diese Entscheidungen seien nicht einfach gewesen, aber „sie waren notwendig und richtig“.

Auch wenn in diesem Jahr anders als in den Vorjahren keine Ehrung für verdienstvolles Handeln stattfinden könne, gebe es dafür derzeit aber viele Kandidaten. „Es sind alle jene, die mitgeholfen haben, dass unser Land weiter funktioniert“, sagte Bettel mit Blick auf die Freiwilligen oder die Arbeitnehmer im Gesundheitssektor.

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Der Begriff der Solidarität stand ebenfalls im Mittelpunkt der Rede von Parlamentspräsident Fernand Etgen. „Wir haben dem Virus mit Solidarität die Stirn geboten.“ Kritik übte er allerdings auch den überstürzten Entscheidungen in verschiedenen Staaten, „die nicht gut für die EU waren“. Er bezog sich dabei auf die Einführung von Grenzkontrollen, die zuletzt etwa für Spannungen mit Deutschland gesorgt hatten. „Wir brauchen mehr Europa“, sagte Etgen weiter.

Großherzog Henri nannte die Solidarität und den Zusammenhalt zwischen „allen Luxemburgern und allen Leuten, die hier leben und arbeiten“ die größten Stärken in dieser Krise. Er gab sich zuversichtlich, dass das Land die wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen der Pandemie wird schultern können.

Es komme jetzt mehr denn je darauf an, wirtschaftliche Umstellungen „pragmatisch, zukunftsorientiert, sozial- und umweltgerecht“ zu gestalten. „Es darf niemand ins Abseits geraten. Es darf niemand das Gefühl bekommen, fallen gelassen zu werden“, appellierte der Staatschef.

Vor dem nationalen Monument der Solidarität gedachten die Anwesenden ebenfalls dem Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren.

Nach der offiziellen Zeremonie wurden - immerhin diese Tradition blieb an diesem Nationalfeiertag erhalten - 21 Kanonenschüsse vom Fetschenhaff abgefeuert.

Das Video (Youtube) der Zeremonie ist unter tinyurl.com/Nationalfeierdag2020 verfügbar

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