LUXEMBURG
MADY LUTGEN

Wie der Session-Musiker Christophe Maas zu der britischen Folk-Rock-Band kam

Inspiriert wurde Christophe von seinem Vater, der Schlagzeuger bei der „Union Fanfare“ in Bartringen war. Bereits sehr früh durfte er ihn zu Musikproben und Konzerten begleiten und in diesem Moment wurde ihm bewusst, dass er später Schlagzeuger werden will. Mit sieben Jahren bekam er sein erstes Schlagzeug und fing an, Musikkurse bei der „UGDA“ in Bartringen und Perkussions-Kurse bei „JUST MUSIC“ Bartringen zu besuchen. Dem „Journal“ erzählt Christophe, wie es ist, seinen Traum zu leben.

War es ein schwieriger Weg?

Christophe Maas: Nach meinen Abitur und meinem Abschluss im Konservatorium in Luxemburg, bewarb ich mich an der „DrumTech Music School“ in London, wo ich angenommen wurde. Nach zwei Jahren Studium begann ich mit verschiedenen Musikgruppen live auf der Bühne und auch im Studio zu arbeiten. Jedoch musste ich feststellen, dass es nicht einfach werden würde, mich als Newcomer zu beweisen. Mit der Unterstützung meiner Eltern, diszipliniertem Proben sowie dem Anknüpfen diverser Kontakte innerhalb der Musikszene, bekam ich meine ersten Jobangebote als Session-Musiker. Das Übernachten in den Tour-Bussen sowie das Auftreten auf den großen Bühnen im Rahmen meiner ersten großen Tournee in England waren ein sehr einprägsames Erlebnis. Als freiberuflicher Musiker darf man sich allerdings keine Pause gönnen. Auch nach sieben lehrreichen Jahren und vielen Monaten auf Tournee durch die ganze Welt, ist das stetige Bewerben vor den Jurys unerlässlich. Auch Rückschläge kommen immer wieder vor.

Wie kamst Du zu Mumford and Sons?

Maas: Die vier Bandmitglieder kenne ich bereits seit mehreren Jahren und hatte auch schon einige Gastauftritte mit ihnen als Schlagzeuger. Sie hatten bis zur Veröffentlichung ihres letzten Studioalbums „Wilder Mind“ keinen festen Schlagzeuger in der Band. Als sie die neue Session-Musiker-Gruppe zusammenstellten, wurde ich ins Studio eingeladen, um mir einiger ihren neuen Lieder anzuhören. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich, dass die Band nicht nur an mir, sondern auch an drei bis vier anderen Schlagzeugern interessiert war. Zwei Wochen später erfuhr ich über E-Mail, dass sie sich für mich entschieden hatten.

Wie ist es bei so einer erfolgreichen Band mitzuspielen?

Maas: Jeden Abend vor ausverkauften Hallen und tausenden von Fans zu spielen, ist alles, was ein Musiker sich wünscht. Die Zusammengehörigkeit zwischen den Band-Mitgliedern, den Session-Musikern und der restlichen Crew könnte nicht besser sein. Man fühlt sich wie in einer riesigen Familie.

Wirst Du weiter bei Mumford and Sons bleiben?

Maas: Das Spannendste an meinem Beruf ist, dass ich nie weiß, was auf mich zukommt. Jeder Tag birgt neue Herausforderungen. Aus diesem Grund ist es schwierig , meine Zukunft vorherzusehen. Ich spreche nur vom hier und jetzt. Ich hoffe nur, dass ich gesund bleibe, meinen Beruf noch sehr lange ausüben kann und mit vielen interessanten Musikern spielen darf.

Kannst Du Dir vorstellen jemals wieder nach Luxemburg zu kommen?

Maas: Ich komme immer wieder gerne zurück nach Luxemburg, um meine Familie und Freunde zu besuchen, jedoch kann ich mir nicht mehr vorstellen, für immer hier zu leben. Mein Beruf als Session-Musiker funktioniert eigentlich nur in einer Großstadt, an der Quelle der Musikindustrie.