NEUNKIRCHEN
CHRISTIAN SPIELMANN

Saarländisches Intensivtheater spielt Andrew Lloyd Webbers „Jesus Christ Superstar“

Seit 2010 besteht das Intensivtheater, eine Vereinigung, die sich aus Leuten zusammensetzt, die das Theater lieben, sowohl Amateure wie Professionelle. Die gemeinnützige Organisation spielt nicht nur selbst Stücke, sondern fördert die Arbeit von jungen Künstlern. Ein erstes eigenes, von Tim Ganter 2010 erschaffenes Projekt hieß „A Kind of Magic“, das sich an der Musik der Gruppe Queen inspirierte. Es folgte 2012 „Midnight Circus“, ein Tanzspektakel von Jenny Theobald und Denise Sanna. Stephen Sondheims Musical „Sweeney Todd“ wurde 2013 gezeigt. Seit rund sechs Monaten laufen die Vorbereitungen zum neusten Projekt, Andrew Lloyd Webbers Musical-Klassiker „Jesus Christ Superstar“ aus dem Jahr 1971. Das „Lëtzebuerger Journal“ hatte die Gelegenheit, sich bei der Generalprobe erste Eindrücke zu holen, die gar nicht schlecht waren, und Lust auf die Premiere des in Englisch gesungenen Musical am 27. Dezember in der Neunkirchener Gebläsehalle machen.

Jesus als Touristenattraktion

Eine Gruppe Touristen wird von einem Priester (Martin Herrmann) durch ein Museum geführt, in dem ein Bild vom gekreuzigten Jesus (Dennis Klein) hängt. Sobald die letzten Takte der Ouvertüre enden, zieht der Priester den Rock aus, wird Judas und singt „Heaven on Their Minds“, während die Touristen Kleider aus der Zeit anziehen, in der Jesus wirkte. Jesus begegnet Maria Magdalena (Mirijam Kohr), die ihn zu „Everything’s Alright“ mit einem teuren Öl einreibt. Die jüdischen Hohepriester Kaiphas (Mike Kroneberg) und Hannas (Sven Schmitt) sowie ein Priester (Strato Stavridis) machen sich Sorgen um die aufkommende Verehrung durch das Volk. Das Fazit ihrer Diskussionen ist „This Jesus Must Die“. Doch weder Pilatus (Sebastian Weber), noch Herodes (Christian Weibel, ein Luxemburger) können Jesus ein Vergehen nachweisen. Pilatus peitscht ihn aus, und auf Drängen des Volkes lässt er ihn kreuzigen.

Klassisch

Regisseurin Jenny Theobald hat das Musical mehr oder weniger klassisch inszeniert, außer der Eröffnungsszene, in der Touristen sich für die Rollen umkleiden, oder der Tod von Judas, der von der Menschenmenge erwürgt wird. Bemerkenswert sind in erster Linie die tollen Stimmen, dann das einwandfreie Englisch der ganzen Truppe und der ausgezeichnet ausbalancierte, glasklare Ton, wo sich Gesang und live gespielte Musik nie übertönen. Als Judas kann Herrmann sowohl schauspielerisch als gesanglich überzeugen. Die Stimme von Klein erreicht ungeahnte Tonhöhen, die er nie übersteuert. Schließlich singt Kohr nicht nur den Evergreen „I Don’t Know How to Love Him“ mit ihrer klaren und starken Stimme. Auch die Darsteller von Pilatus, Herodes und der Hohepriester gefallen.

Mit seinen unsterblichen Melodien ist „Jesus Christ Superstar“ ein Musical für die Ewigkeit geworden, das in den verschiedensten Fassungen aufgeführt wurde. Die hauptsächlich aus Amateuren bestehende Truppe des Intensivtheaters spielt mit Herz und Seele und viel Talent, und daher darf man sich diese Show entweder in Neunkirchen (27., 28. und 29. Dezember), Saarlouis (6. und 7. Januar 2017 im „Theater am Ring“), Pirmasens (20. und 21. Januar in der Festhalle) oder in Saarbrücken (24. März, 8., 9. und 14. April im Theater „Alte Feuerwache“) ansehen.

Infos und Tickets unter www.intensivtheater.de