LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

„Service central d’assistance sociale“: Justizminister zieht positive Zwischenbilanz nach dem Audit von 2016

Nachdem es Anfang vergangenen Jahres bei der Vorstellung des vom Justizministerium in Auftrag gegebenen Audits über den „Service central d’assistance sociale“ (SCAS) ein mehr als schlechtes Zeugnis für diese wichtige Gerichtshilfe gab, in dem unter anderen ein Personalmangel, organisatorische Probleme und große Verspätungen bei der Betreuung der Fälle moniert wurden, fällt die Bilanz ein Jahr später positiv aus.

„Immens wichtige Aufgabe“

Justizminister Félix Braz sprach sogar von der ersten tiefgreifenden Reform seit 40 Jahren, also seit Bestehen dieses auf Initiative von Justizminister Robert Krieps ins Leben gerufenen Dienstes, dessen erste Direktorin übrigens Anne Brasseur war. Der heutige SCAS sei dann auch „ein neuer SCAS“, der in den vergangenen zwei Jahren unter dem Impuls seiner neuen Direktorin Marie-Claude Boulanger wiederaufgebaut worden sei. So beschäftigt der SCAS inzwischen, das heißt bis Ende des Jahres, dann auch 88 Leute, gegenüber 56 Leuten im Jahre 2013. Zu dieser Zeit war die Stimmung in diesem Dienst so schlecht, dass eine ganze Reihe von Angestellten den SCAS verließen, von denen einige heute wieder zurückkommen würden, wie die Direktorin sich freute. Die Vertreterin der Generalstaatsanwaltschaft, Simone Flammang, sprach ihrerseits von einer „neuen Dynamik“, die in den Betrieb gekommen sei, so dass endlich wieder eine vernünftige Arbeit geleistet werden könne. Die durchschnittliche Dauer, bis ein Dossier bearbeitet wird, hat sich seit Durchführung des Audits dann auch von 289 Tagen (!) auf jetzt 25,72 Tage reduziert.

Der SCAS hat dem Minister zufolge eine „immens wichtige Aufgabe“, die von der Öffentlichkeit jedoch nicht die ihr zustehende Anerkennung bekomme, so wie die Arbeit des SCAS überhaupt ziemlich unbekannt sei. Dieser nimmt unter anderem, auf Anordnung des Jugendgerichts, die Familienverhältnisse von schutzbedürftigen Kindern unter die Lupe, betreut aber auch Haftentlassene in der Bewährung, und ist für hilfsbedürftige Menschen, die unter Vormundschaft stehen, sowie für Verbrechensopfer zuständig.