LUXEMBURG
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Steckbrief der Gemeinde Lorentzweiler

„Är Leit“ mit absoluter Mehrheit

Die Gemeinde im Alzettetal dehnt sich auf 1.745 Hektar aus und umfasst die Ortschaften Asselscheuer, Blaschette, Bofferdingen, Helmdingen, Hunsdorf und Lorentzweiler. Sie zählt heute fast 3.900 Einwohner, 2011 waren es 3.531. Geführt wird die Gemeinde, die 2011 erstmals nach dem Proporzsystem wählte, seit nunmehr 30 Jahren von Jos Roller, der mit seiner Liste „Är Leit“ bei den Kommunalwahlen 2011 fast 50 Prozent der Stimmen holte und somit sechs Sitze im elfköpfigen Gemeinderat. Die CSV kam damals auf 32,67 Prozent und drei Sitze, die Grünen auf 17,43 Prozent und zwei Sitze.

In der Alzettetal-Gemeinde Lorentzweiler geht am 8. Oktober erstmals auch eine DP-Liste an den Start. Zudem ist die DP-Sektion Lorentzweiler noch sehr jung: erst im vergangenen Mai wurde sie offiziell gegründet. Wie kam es dazu und welche Ziele hat sich die Liste gesteckt? Ein Gespräch mit Präsidentin und Spitzenkandidatin Joëlle Schmit.

Frau Schmit, was hat sie zur Gründung einer DP-Sektion in Lorentzweiler angespornt?

Joëlle Schmit Eigentlich war ich schon immer interessiert, mich politisch zu engagieren. Nach meiner Pensionierung als Polizeibeamtin sah ich den Moment gekommen, dieses Projekt konkreter werden zu lassen.

Da ich immer liberal eingestellt war, lag es für mich nahe, mich bei der DP umzusehen. Ein Treffen mit der Parteipräsidentin hat dann den Ausschlag für die Gründung der Sektion gegeben, ein Unternehmen, für das ich auch schnell Interessenten in der Gemeinde Lorentzweiler fand, wo meine Familie seit drei Generationen lebt und für deren Bürger ich mich nun verstärkt einsetzen möchte. Insbesondere unser Vizepräsident André Degraux macht eine tolle Arbeit, um die Sektion weiter zu festigen.

Es muss eine echte Herausforderung gewesen sein, in so kurzer Zeit eine Wahlliste aufzustellen, oder?

Schmit In der Tat. Es war nicht einfach, aber ich konnte auch auf Hilfe von Liberalen aus der Region zählen. Ich meine, dass es uns gelungen ist, eine dynamische Liste aufzustellen, auf der Bürger unterschiedlicher Berufsfelder, unterschiedlicher Nationalitäten und unterschiedlicher Jahrgänge zusammen gefunden haben. Wir dürften mit 44 Jahren im Durchschnitt eine der jüngsten Listen im Land haben. Außerdem ist sie mit fünf Frauen und sechs Männern auch geschlechtermäßig ausgewogen. Und wir haben uns auf Anhieb gut verstanden.

Welche Ziele haben Sie sich für die Gemeindewahlen gesteckt?

Schmit Wir möchten auf jeden Fall im Gemeinderat vertreten sein, der seit nunmehr 30 Jahren vom gleichen Bürgermeister geführt wird, der auch noch über eine absolute Mehrheit verfügt. Ohne die Leistungen von Herrn Roller schmälern zu wollen: Wir glauben, dass ein neuer Wind in der Gemeindepolitik Lorentzweiler gut tun würde.

Mit welchen Punkten wollen sie bei den Wählern punkten?

Schmit Wir stehen insgesamt für eine bürgernahe Politik, die sich vor allem auch durch gute Information auszeichnet. Wir sind der Meinung, dass es heutzutage nicht ausreicht, ein paarmal im Jahr eine Heft mit News aus der Gemeindepolitik zu verteilen. Die Menschen müssen jederzeit verfolgen können, was in der Gemeindepolitk entschieden wird.

Deshalb setzen wir uns für die Übertragung der Gemeinderatssitzungen im Internet ein und ebenfalls für eine moderne Internetseite der Gemeinde. Außerdem wollen wir einen Willkommenstag für neue Einwohner veranstalten und speziell für sie eine Broschüre herausgeben, in der sie alle Informationen über Lorentzweiler finden.

Wie die meisten anderen Alzettetalgemeinden hat auch Lorentzweiler ein Problem mit dem dichten Verkehr auf der N7. Was wollen Sie da unternehmen?

Schmit Wir unterstützen die Projekte für den Rückbau der N7, bei dem aber auch die Bürger mitreden können sollen. Insbesondere wenn es um Verkehrssicherheit und die Parkplatzfrage geht. Es dürfen nicht zu viele verschwinden. Vor allem nicht im Dorfkern, von Lorentzweiler, für dessen Neugestaltung wir uns einsetzen.

Wie soll das aussehen?

Schmit Derzeit hat Lorentzweiler keinen echten zentralen Platz. Wir möchten einen solchen schaffen,mit Geschäften - daher die Wichtigkeit der Parkplatzfrage - mit Restaurants und mit anderen Angeboten. Es soll ein attraktiver Treffpunkt werden, auf dem auch eine Reihe von Veranstaltungen stattfinden können.

Mit einem angrenzenden Park?

Schmit Ja, auch einen öffentlichen Park wollen wir einrichten. Und überhaupt mehr Grünflächen in der Gemeinde anlegen. Wir möchten auch Gemeinschaftsgärten schaffen, wo sich die Leute treffen können, die Spielplätze erneuern und für richtig attraktive Wander- und Mountainbike-Wege sorgen. Das alles soll in enger Zusammenarbeit mit den Bürgern geschehen.

Wie wollen Sie dem Problem der hohen Wohnungspreise begegnen?

Schmit Wir brauchen mehr Wohnungen und insbesondere Sozialwohnungen in der Gemeinde. Dafür werden wir möglichst viele Grundstücke gemeinsam mit den staatlichen Behörden erschließen, damit sich auch mehr junge Familien bei uns niederlassen. Außerdem sollten wir neue Wege in punkto Wohngemeinschaften beschreiten, zum Beispiel mit Mehrgenerationenhäusern.