LUXEMBURG
FRÉDÉRIC HAUPERT, DIREKTOR VON CARE LUXEMBOURG

Rücksichtlose Kämpfe und Hunger haben den Jemen fest im Griff, als Ende vergangenen Jahres die größte weltweit je dokumentierte Cholera-Epidemie ausbricht. Es gibt kein Entrinnen: 96 Prozent des Landes sind betroffen, 610.000 Menschen wurden infiziert und über 2.000 starben. Bei den vom Hunger geschwächten Kinderkörpern sorgt der starke Durchfall binnen weniger Stunden für eine akute Dehydration, die ohne Hilfe schnell zum Tod führen kann. Was geht uns das an, im weit entfernten Luxemburg? Wir können helfen. Wie eine Spende wirken kann, erklärt Frédéric Haupert, Direktor von CARE Luxembourg.
„Bereits die Spende eines einstelligen Eurobetrags reicht unseren CARE-Helfern, um ein Kind über einen Monat mit sauberem Trinkwasser zu versorgen und es so vor der gefährlichen Krankheit zu schützen. So einfach kann eine Spende wirken und Leben retten.
Die Frage nach der Optimierung der Wirkung von Spenden in nationalen und internationalen Hilfsprojekten ist komplex und zum ständigen Wegbegleiter vieler Organisationen geworden. Organisationseigene Experten, Wissenschaftler und unabhängige Institute helfen dabei. Unabhängige Experten stehen aber auch den Spendern auf deren Suche nach der für sie richtigen und wirkungsstarken Organisation bei.
Noch vor der Analyse der Wirkung prüfen Spendensiegel wie die luxemburgische ,Don en Confiance a.s.b.l.‘, Wirtschaftsprüfer und die fördernden Ministerien die Richtigkeit, die Transparenz und die Effizienz der Spendenverwendung.
Ende vergangenen Jahres entschied sich der Geschäftsführer eines luxemburgischen Unternehmens dafür, CARE über drei Jahre signifikant zu fördern. Ihm lagen vor allem die Ernährung und die Gesundheit von Kleinkindern am Herzen. Nach der Unterschrift drehte er sich zu mir um und erklärte strahlend, wie sehr er sich freue, noch am Abend seiner Tochter zu erzählen, was mit dieser Spende alles erreicht werden könne. Insgesamt haben sich im vergangenen Jahr neben den privaten Spendern, über 90 luxemburgische Unternehmen, 15 Schulen, 400 Schüler und 15 Gemeinden entschlossen, CARE zu unterstützen. Und wir hoffen, sie alle waren ein wenig stolz auf ihre Spende und die Wirkung, die sie damit erreichen können. 

Solidarität wirkt immer in zwei Richtungen

Ob finanziell oder in Form von freiwilligem Engagement, Solidarität wirkt immer in zwei Richtungen: Sie hilft den Bedürftigen und macht die Spender zufrieden mit dem, was ihre Hilfe bewirken kann. Jedoch wird diese soziale Motivation nicht vererbt. Man lernt sie aus der eigenen Erfahrung.
Diese soziale Erfahrung - der Stolz auf das eigene Engagement, die Rücksichtnahme und das Teilen - prägt das Zusammenleben mit Freunden und in den Familien, in Unternehmen und im Sportverein, im täglichen gemeinsamen Stauerlebnis auf den Autobahnen und der Schlange in der Kantine. Sie ist der Grundstein des Zusammenlebens in unserem kleinen Land, das sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder neu erfunden hat. Let’s make it happen.“