LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Mit dem „Naturpakt“ will das Umweltministerium die Gemeinden stärker in den Naturschutz einbinden

Zu den zahlreichen „Pakten“, die es in Luxemburg zwischen staatlichen und kommunalen Partnern gibt – wobei der Erfolg durchaus sehr unterschiedlich ausfallen kann -  soll jetzt ein weiterer hinzukommen. Gestern hat Umweltministerin Carole Dieschbourg, erstmals den „Naturpakt“  der Presse vorgestellt. Durch die Unterzeichnung dieses Paktes sollen Gemeinden, die im Kampf gegen den Verlust der Artenvielfalt eine aktive Rolle übernehmen wollen, weitere staatliche Mittel erhalten.

Für die Ministerin sind die Kommunen wesentliche Partner des Staates im Bereich des Natur- und Ressourcenschutzes. Sie könnten auf ihrer politischen Ebene einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Biodiversität leisten und Dienstleistungen für Ökosysteme bereitstellen. Schon jetzt befinden sich etwa 13 Prozent der nationalen Flächen, auf denen die Biodiversität gefördert wird, in kommunaler  Hand.

Engagement wird honoriert

Die Funktionsweise des „Naturpaktes“ wird der des „Klimapaktes“ entsprechen. Die unterzeichnenden Gemeinden verpflichten sich vertraglich dazu,  Maßnahmen auf ihrem Territorium umzusetzen, die auf die Wiederherstellung von Lebensräumen, sei es zu Lande oder zu Wasser, die also auf eine ökologische Vernetzung oder Stärkung der Ökosysteme abzielen. Im Gegenzug verpflichtet sich der Staat, den Gemeinden, die den „Naturpakt“  unterzeichnet haben, einen Zuschuss zu den Betriebskosten zu leisten und die Kosten für Natur-Berater zu übernehmen.

Dabei kann es sich um Mitarbeiter der Gemeinde, eines Zweckverbandes für Naturschutz, eines  Naturparks oder um einen externe Berater handeln.

Eine Zertifizierung, die die Bemühungen widerspiegelt

Das System „Naturpakt“ sieht auch ein Zertifizierungssystem mit vier Leistungsstufen vor: „Basis“ (40 Prozent), „Bronze“ (50 Prozent), „Silber“ (60 Prozent) und „Gold“ (70 Prozent). Gemessen wird die Zertifizierung der jeweiligen „Naturpakt Gemeng“  an der Zahl der nach festgelegten Zielvorgaben durchgeführten Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt.

Ein Katalog wirksamer Maßnahmen

Die durchzuführenden Maßnahmen der Unterzeichner sollen auf die Verbesserung der biologischen Vielfalt in städtischem, ländlichem, aquatischem und forstwirtschaftlichem Umfeld der jeweiligen Kommunen abzielen. Die Gemeinden sollen auch in Sachen Sensibilisierung, Information, Basisberatung und Kommunikation rund um dieses Thema aktiv werden.

Gleichzeitig sollen die Kommunen durch die Umsetzung des Maßnahmenkatalogs den Nationalen Naturschutzplan,  die  ökologischen Komponenten des Wasserwirtschaftsplans und die Strategie zur Anpassung an den Klimawandel unterstützen.

Der Maßnahmenkatalog soll am 6. Oktober mit zentralen Partnern in einem Workshop zusammengestellt werden.