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MARCO MENG

Wirtschaftsminister Schneider zieht positive Bilanz zur SpaceResources-Promotion

„Unsere Mission ist gut angekommen“, bilanziert Wirtschaftsminister Etienne Schneider den viertägigen Besuch der luxemburgischen Wirtschaftsdelegation an der US-Ostküste. Auch für Schneider selbst sei es spannend gewesen, wie er bekannte. „Und ich war enorm überrascht darüber, dass hier jeder unsere Initiative kennt. Der ganze Sektor schaut auf Luxemburg.“ Wie immer, wenn man wie mit SpaceResources.lu etwas Neues angehe, müsse man dafür werben: Darum wird Schneider am Dienstagvormittag Besucher aus den Vereinigten Arabischen Emiraten empfangen, die an dem Projekt zur Nutzung von Weltraumrohstoffen interessiert sind, ehe er am Dienstagmittag nach Japan fliegt: „Die japanische Regierung ist ebenfalls interessiert, an der Initiative mitzumachen“, so Schneider.

Befragt zu einem Fazit zur Wirtschaftsmission meinte der Präsident der Universität Luxemburg, Yves Elsen, dass er sie sehr beeindruckend fand. Neben Planetary Resources in Seattle haben es ihm auch die US-Startups, die sich im NASA Ames Forschungspark am Donnerstag der luxemburgischen Delegation präsentierten, angetan, so Elsen, der auch Geschäftsführer des luxemburgischen Ingenieurunternehmens HITEC ist. Auch bei der Vorstellung des Förder- und Austauschprogramms des SETI-Instituts für Schüler und Studenten machte sich Elsen eifrig Notizen.

Eine der Veranstaltungen, die Marino Poppé, Technologiechef und stellvertretender Generaldirektor von LuxSpace, beschäftigt, ist das vom ehemaligen NASA-Astronauten Ed Lu angestoßene Projekt, die Erde vor Asteroiden-Einschlägen zu schützen. „Das ist ein Thema, das sehr wichtig ist“, so Poppé. Und dass die ESA sich bislang nicht einigen konnte, zusammen mit der NASA ein derartiges Projekt umzusetzen, findet er bedauerlich. Das größte Hindernis sieht er darin, dass mit dem Projekt keine Gewinne zu erzielen sind - außer der Erdrettung. „Investoren wollen Rendite haben, dabei sprechen wir hier allenfalls von 20 bis 30 Millionen Euro.“ Darum sei es aber auch zuversichtlich, dass man sich irgendwann doch einigen wird.

Zur nächsten Etappe

Das luxemburgische Gesetz zu Weltraumrohstoffen sieht Schneider nur als erste Etappe; im zweiten Schritt hofft er auf multilaterale Vereinbarungen mit möglichst vielen Ländern und letztendlich eine internationale Vereinbarung auf UN-Niveau. Wir wollen die Aktivitäten im Weltall ausbauen und kommerziell nutzen. Zum Gutachten des Staatsrats auf die Gesetzesinitiative zum Eigentumsschutz bei Rohstoffnutzung im All meinte Schneider, gerade weil es keine internationale Vereinbarung gebe, habe Luxemburg ein nationales Gesetz dafür geschaffen. Er ist dennoch zuversichtlich, dass das Gesetz, das auch in den USA von vielen dortigen Akteuren als wichtiger Schritt bezeichnet wurde, in zwei Monaten gestimmt wird.

Luxemburg hat sich für die SpaceResources-Initiative ein Budget von 200 Millionen Euro gegeben: 120 Millionen davon wurden bislang nicht „ausgegeben“, wie Schneider betont, sondern investiert, ähnlich wie man das früher bei SES gemacht habe. Heute erhalte man vom Unternehmen Dividenden. Um zu analysieren, wo in der Wertschöpfungskette in der Weltraumtechnologie Luxemburgs Standort ist und worauf sich Luxemburg dabei konzentrieren solle, wird mit einer Studie ermittelt werden. Simon Pete Worden, Berater des Projekts SpaceResources.lu, bezeichnet Luxemburgs erste Werbetour im Zeichen der Weltraumrohstoffe als einen „großen Erfolg“. Nicht nur hätten die US-Startups rund um Weltraumtechnologie Luxemburg auf dem Radar, es sei auch nicht auszuschließen, dass bei einem erfolgreichen Verlauf des Projekts das ein oder andere größere Unternehmen aus diesem Bereich Luxemburg als Europastandort auswählt.

Erbgroßherzog Guillaume, für den es eigenen Angaben nach die erste Erfahrung mit Weltraumtechnologie war, zeigte sich positiv überrascht, wie viele US-Startups aus diesem Bereich Interesse an Luxemburg und dessen SpaceResources.lu-Initiative haben. Er sieht einen fruchtbaren Impakt für die Uni Luxemburg und die luxemburgische Forschungslandschaft.

DAS SETI-INSTITUT

Auf der Suche nach außerirdischem intelligenten Leben

Am letzten Tag der luxemburgischen Wirtschaftsmission in die USA, die ganz im Zeichen von „Spaceresources.lu“ stand, wurden am Donnerstag das SETI-Institut und das dort ebenfalls angesiedelte NASA Frontier Development Lab (FDL) besucht. Letzteres forscht insbesondere an künstlicher Intelligenz, und letztes Jahr hatten die Forscher dort einen Durchbruch bei der Asteroidenentdeckung erzielt.

Das SETI-Institut (Search for Extraterrestrial Intelligence) ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich mit der Suche nach intelligentem außerirdischem Leben befasst. Dabei wollen die Forscher auch den Ursprung der Natur und des Lebens im Universum verstehen.

An sämtlichen Marsmissionen der NASA war das SETI-Institut beteiligt. Bill Diamond, Präsident und Geschäftsführer des Instituts, erläuterte die verschiedenen Programme, bei denen unter anderem die Vielfalt der Mineralien unseres Sonnensystems erforscht wird oder unter welchen Umständen Leben auf der Erde möglich ist und vielleicht auch anderswo. Denn Leben in extremem Umfeld gibt es auch auf der Erde, so zum Beispiel im ewigen Eis. Daneben gehört die Beobachtung der Sonnenaktivitäten, die das „Wetter“ im Weltall bestimmen und auch Auswirkungen auf die Erde haben, zur Aufgabe des Instituts.

Der Astronom Mark Showalter, der unter anderem an der Nasa-Voyage-Mission mitarbeitete, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Ringe und Monde von Planeten zu entdecken wie Mab und Cupid, die er nach Shakespeare-Figuren benannte. Auch benannte er den kleinsten der fünf bekannten Monde des Zwergplaneten Pluto „Styx“, woraufhin ihn eine Rockband gleichen Namens besuchte. Er legt aber Wert auf die Feststellung, dass er den Mond nicht nach der Band, sondern dem mythologischen Fluss benannte. Was Leben auf anderen Planeten angeht, meint Showalter: „Da es allein hunderte von Millionen von erdähnlichen Planeten gibt, ist das nicht unwahrscheinlich.“

Leben heiße aber nicht unbedingt, dass es sich dabei um intelligentes Leben handeln muss - das kennen wir von der Erde. Oder es könne sich um Leben handeln, das aber nicht mit uns kommunizieren könne. Auf die Frage, ob es bereits Fehlalarme bei der Suche nach außerirdischem Leben gegeben habe, sagt er Ja. „Aber wir haben einen bestimmten Prüfungskatalog, und letztendlich stellte sich bislang jedes so gedeutete Signal als falsch heraus.“ Seit 25 Jahren sei eine Flasche Champagner kaltgestellt für den Fall, dass doch irgendwann Signale von Außerirdischen aufgefangen würden. Was dann geschieht, dafür liegt wie gesagt eine Prozedur vor, die von der gründlichen Prüfung bis zur Mitteilung an die Regierung und die Öffentlichkeit reicht. (MM)