Rheinland-Pfalz: Ermittlungen zum Cyberbunker auf Gefahrenübergänge vor einigen Tagen abgeschlossen

Die Ermittlungen zum Cyberbunker von der Mosel auf sogenannte Gefahrenüberhänge sind vor einigen Tagen abgeschlossen worden. Dabei sei es darum gegangen, ob Straftaten wie Kindesmissbrauch noch weiter liefen, sagte der Präsident des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamts, Johannes Kurz, am Montag in Mainz. Es seien keine Gefahrenüberhänge entdeckt worden. Derzeit bauten die Ermittler weiteres Fachpersonal für die Feinanalyse der sichergestellten Daten auf. Ein Teil der mehr als 400 sichergestellten Server werde für die Ermittlungen an andere Bundesländer und Staaten abgegeben, ein großer Teil bleibe aber in Rheinland-Pfalz. Die Ermittlungen dauerten an - voraussichtlich bis zum Beginn der Hauptverhandlung.

Dafür gibt es noch keinen Termin. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz hat noch nicht Anklage erhoben. „Die Ermittlungen laufen noch“, sagte der Leiter der Behörde, Jürgen Brauer, am Montag in Koblenz ohne Einzelheiten zu nennen.

Das Serverzentrum für illegale Geschäfte im Darknet war am 26. September ausgehoben und der Ex-Bundeswehr-Bunker in Traben-Trarbach an der Mosel beschlagnahmt worden. Die Betreiber sollen auf Servern Webseiten gehostet haben, über die Kriminelle Drogen verkauften, Falschgeldgeschäfte abwickelten, Darstellungen von sexueller Gewalt gegen Kinder verschickten oder Cyberangriffe starteten.

Von 13 Beschuldigten sitzen 7 in U-Haft. Hauptakteur soll ein Niederländer sein, der den „Cyberbunker“ Ende 2013 erworben und nach und nach aufgebaut habe. Alles was in dem Bunker gehostet worden war, sei illegal gewesen, hatte ein LKA-Ermittler früher gesagt.

Es war der bundesweit erste Schlag gegen einen „Bulletproof-Hoster“, der mit „höchsten Sicherheitsstandards“ kriminelle Kunden vor dem Zugriff staatlicher Organe bewahren wollte. Das Darknet ist ein abgeschirmter Teil des Internets.