LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Luc Feits erster Spielfilm „De Buttek“ enttäuscht

Als Schauspieler hat Luc Feit eine stattliche Filmografie aufzuweisen. Momentan überzeugt er als zurückgebliebener Usch in der RTL-Serie „Capitani“. Er hat etliche Kurzfilme gedreht und nun mit „De Buttek“ seinen ersten Spielfilm. Ein offizielles Drehbuch gab es anscheinend nicht, wie Samsa-Film-Produzent Bernard Michaux nach der Pressevorstellung am vergangenen Freitag erklärte. Nur Schauspieler André Jung bekam ein paar schriftliche Anweisungen. Wenn man eine improvisierte Geschichte inszeniert, die in diesem Fall mit bis zu drei Kameras gleichzeitig gefilmt wurde, so muss auch etwas mehr oder weniger Konkretes dabei herauskommen, was aber hier der Haken ist. Ansonsten sieht man sich dem Unmut der Zuschauer ausgesetzt.

Weihnachtsparty

Der Film beginnt in einer Kneipe. Der Wirt Jules (Werner), zwei Gäste, Änder (Jung) und Martin (Engler) langweilen sich. Als Martin Änder ein Foto von einem Hausboot zeigt und dieser Martin eine Einladung zu seiner alljährlichen Weihnachtsfeier für das Personal seiner Sanitätsartikel-Firma „Alter Native“, hat Änder eine Idee.

Szenenwechsel. Die Gäste trödeln nacheinander im Hotel Dirbach Plage ein: Luc (Schiltz) und seine Freundin Fabienne (Hollwege), Anouk (Wagener), Catherine (Janke), Sophie (Mousel), Germain (Wagner) und zu guter Letzt Valérie (Bodson). Beim Einchecken läuft nicht alles wie es soll, denn der Portier Martin ist dem Ansturm nicht gewachsen. Änder erwartet zudem seinen Sohn Philippe (Thelen), von dessen Existenz er bis dahin nichts wusste. Auch Anouk soll seine Tochter sein, nur weiß sie nichts davon, und er will ihr das auch nicht sagen. Martin ist auch noch der Barmann, Koch und Ober im Hotel, und er wechselt pro Rolle sein Outfit oder seinen Schnurrbart.

Änder erzählt, dass er krank ist und nur noch wenige Zeit zu leben hat. Am Ende der Feier will er seinen Nachfolger bestimmen. Und dann beginnt das Problem der Improvisation. Verschiedene Szenen sind recht lustig, andere beginnen ohne zu enden oder werden später fortgesetzt. Das Abendessen wird zum hysterischen Chaos. Ein Karaoke wirkt lächerlich. Während 94 langen Minuten sucht man vergebens einen Leitfaden, respektive einen Sinn.

Nur einer hat’s verstanden

Am Ende liegen Änder und seine Komplizen am Boden und lachen sich einen weg. Die Kamera schwenkt zu Luc Feit, der meint: „Ass dach alles kloer!“ Ja, für ihn vielleicht, aber nicht für die Zuschauer. Das Konzept haben sich Luc Feit und Guy Helminger ausgedacht, aber vergessen, dass dieser Film für zahlende Zuschauer gedacht ist. Außerdem kann man sich fragen, wieso der Film Fund, Samsa Film und zwei belgische Mitproduzenten Geld für diese Produktion ausgegeben haben. Luc Feit hat eine Erklärung zum Filmschluss, und die verriet er den Journalisten am Pressetag. Dass auch die Zuschauer ein Recht auf eine vernünftige und einleuchtende Erklärung haben, wurde im Eifer des Drehens unter Kumpeln komplett vergessen. Die schauspielerischen Qualitäten aller Beteiligten kennt man, aber außer Änder Jung enttäuschen alle. Wahrscheinlich weil sie im Improvisationsstrudel nicht genau wussten, wie sie ihre Rolle anpacken sollten.