LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Die luxemburgische Koproduktion „Les blagues de Toto“ basiert auf dem Comic von Thierry Coppée

Den Comic „Les blagues de Toto“ zeichnete Thierry Coppée 2004 und erzählt darüber vom lustigen Leben von Toto, der sich einen Spaß daraus macht, die Leute zu ärgern, aber auch eine clevere Ader hat, Wortspiele zu erfinden. Die luxemburgische Filmproduktionsfirma Bidibul Productions hatte 2013 bereits die Verfilmung eines Comics von Jean Roba aus dem Jahr 1959 mitfinanziert, „Boule et Bill“. Der Film war in Frankreich ziemlich erfolgreich. 2019 finanzierten die Produzenten Lilian Eche und Christel Henon zusammen mit belgischen und französischen Produzenten die Verfilmung des Comics von Coppée. Die meisten Szenen wurden in Ettelbrück gedreht, einige auch in Mamer.

Auch der Vater muss leiden

Toto (Gavril Dartevelle) hat wirklich nur Unsinn im Kopf. Morgens dreht er in der Küche den Wasserhahn auf, so dass das Wasser unter der Dusche ständig die Temperatur wechselt, zum Ärger des sich waschenden Vaters Jérôme (Guillaume de Tonquédec). Totos Eltern sind geschieden, und die Mutter Sylvie (Anne Marivin) ist in zweiter Ehe mit Fabrice (Laurent Bateau) vermählt. Auf dem Weg zur Schule bringt er es immer wieder fertig, die Äpfel in der Auslage vor einem Tante-Emma-Laden in Bewegung zu setzen. In der Schule ist die Direktorin Mme Péchoton (Isabelle Candelier) nicht sonderlich über Totos Streiche amüsiert. Außerdem bekommt die Klasse mit Fräulein Jolibois (Pauline Clément) eine neue Lehrerin, die schnell erfährt, welch Spaßvogel Toto ist.

Da wäre noch der reiche und arrogante Immobilienhai Roger Justin-Petit (Ramzy Bedia), dem die halbe Stadt gehört, und bei dem Jérôme als Buchhalter arbeitet. Ein Haus müsste er noch kaufen, um ein neues Projekt zu realisieren, doch der Besitzer Herr William (Jean-François Cayrey) will es um keinen Preis an ihn verkaufen.

Bei der Einweihung eines Museums, bei dem sich alles um den Immobilienhändler dreht, passiert ein Unglück, das Toto in die Schuhe geschoben wird. Nun drohen seine Eltern damit, ihn in ein Internat zu schicken. Auch seine Freunde, unter anderem Yassine (Milhane Idiri) und auch Olive (Bérangère Siaud), die ihn anhimmelt, reden ab diesem fatalen Moment nicht mehr mit ihm. Nur Igor (Simon Faliu), der Sohn reicher Eltern, bleibt ihm treu. Mit dessen Hilfe hofft Toto den wahren Schuldigen zu finden. Zusammen mit seinem Großvater (Daniel Prévost) gehen sie einer Spur nach, die zu Herrn William führt.

Talentierte junge Schauspielergarde

Gavril Dartevelle (13) war in Luxemburg lediglich im Film „Radin!“ (2016) von Fred Cavayé zu sehen. Im Fernsehen spielte er in den Serien „Louis(e)“ und „L’art du crime“ mit. Der Junge erledigt seinen Job mit viel Talent, so dass man ihm seine Späße abkauft. Besonders lustig sind die Wortspielereien, mit denen er überrascht. Auch die anderen Jugendlichen sind überzeugend in ihren Rollen. Interessant ist hier der Einbruch der Freundschaft, als Toto für schuldig gehalten wird, und schließlich die allgemeine Trauer, als er ins Internat muss. Alle Kinder haben sich an ihn gewöhnt und vermissen ihn. Seine Freunde müssen ihn also aus der Lehranstalt befreien. Und man merkt sogar den Erwachsenen an, wie sehr sie sich an Toto und seine Possen in ihrem alltäglichen Leben gewöhnt haben.

Auch wenn der Film schauspielerisch in Ordnung geht, so fehlt es ihm doch an Rhythmus. In einer solch extravaganten Geschichte hätte man die Schlüsselszenen schneller filmen und zusammenschneiden müssen. So lahmt der Spielfluss stellenweise. Insgesamt übersteigt der Film das Mittelmaß und wird für ein paar lustige Momente sorgen, und das in einem Umfeld, das man vielleicht aus der Nordstadt kennt.