LUXEMBURG
JEFF KARIER

Seit mehr als 20 Jahren führt Christiane Schmit ihr Fachgeschäft Domino

Als Kind war es jedes Mal ein Highlight, wenn meine Mutter mich zum Einkaufen in die Stadt mitnahm. Denn ein Besuch des Spielzeuggeschäfts Domino stand oft auf dem Programm. Rund 20 Jahre später sind meine Besuche im Domino zwar selten geworden, allerdings hat das Geschäft nichts von seiner Magie verloren.

„Beruflich wollte ich immer etwas mit Menschen sowie Kindern machen und mich irgendwann selbstständig machen. Ich habe eine Zeit lang in einer Kindertagesstätte gearbeitet und als Aushilfe bei Freunden in einem Geschäft“, erinnert sich Christiane Schmit, Inhaberin des Domino. Als dann 1991 in der „Groussgaass“ das Spielzeuggeschäft „Spielzeugparadies“ und gegenüber auch das Textilgeschäft „Maison Moderne“ schloss, habe ihr Vater gemeint, dass jetzt der ideale Moment gekommen sei, um ihr eigenes Geschäft zu eröffnen. Damals war sie 24.

Hart und lehrreich

„Der Laden war riesig, und weil ich noch neu und unerfahren war, habe ich mich nach einem Franchisegeber umgeschaut.“ Schmit sprang somit ins kalte Wasser und eröffnete eine Christiansen-Filiale. Sie selbst beschreibt die Anfangszeit als hart, aber auch sehr lehrreich. Nach fünf Jahren gab Schmit die Franchise zurück, um den Laden in der „Groussgaass“ unter neuem Namen zu eröffnen. Seither steht der Name Domino in Luxemburg für Spielspaß für Groß und Klein.

Im Laufe der Jahre wurde sogar expandiert und es öffneten Domino-Geschäfte in der City Concorde und im Center Espace in Beggen. In der Hauptstadt zog das Fachgeschäft von der „Groussgaass“ in die „Rue Louvigny“. „Vor etwa sechs Jahren habe ich mich dann aus persönlichen Gründen dazu entschlossen, den Laden in der City Concorde und dann auch den im Center Espace zu schließen. Ich wollte mich einfach auf nur noch ein Geschäft konzentrieren und musste so nicht immer zwischen den drei Standorten hin und her rennen. Hier kann ich sogar mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und brauche keinen Wagen.“ Ihr mache diese Art des Arbeitens einfach mehr Spaß.

Breiter aufgestellt

Seit dem Schmit vor 26 Jahren angefangen hat, hat sich auch das Angebot verändert oder vielmehr angepasst. „Anfangs haben wir ausschließlich Spielzeuge, Spiele und einige Sportartikel verkauft“, erklärt Schmit. Seitdem es nur noch ein Domino-Geschäft gibt, ist das Angebot vielfältiger geworden, denn: „Nur mit Spielzeug kommt man nicht besonders gut über die Runden. Es reicht eben nicht, wenn man nur in zwei Monaten des Jahres Gewinn macht. Man muss ja auch noch die anderen zehn von irgendwas leben“, erklärt die Inhaberin.

Daher versuchte Schmit sich mehr an den Interessen der vielen Touristen, die es in die Hauptstadt zieht, zu orientieren, sowie an den Geschmack der erwachsenen, luxemburgischen Kundschaft anzupassen - weshalb man nun auch eine ganze Reihe an Geschenk- und Dekorationsartikel im Domino findet.

Sprachverschiebung

Zu den Bereichen, in denen Domino seinem Anspruch als Fachgeschäft wirklich gerecht wird, gehören Brettspiele, die in den letzten Jahren wieder sehr gefragt sind. Fast in keinem anderen Geschäft des Großherzogtums findet man eine solche Auswahl an modernen wie auch klassischen Spielen wie im Domino. „Seit Anfang an waren wir sehr stark bei den Brettspielen. Wir waren mit die Einzigen, die die Spiele sowohl auf Deutsch, als auch auf Französisch angeboten haben.“ Heute stellt die Inhaberin fest, dass auch mehr Kunden Brettspiele in englischer Sprache wollen. Allerdings seien diese oft nicht so einfach zu beschaffen und auch teurer im Einkauf. „Nur kann man ein Spiel auf Englisch nicht teurer machen als dasselbe auf Deutsch oder Französisch.“

Das Interesse der Kundschaft an Brettspielen hat auch dazu geführt, dass in Zusammenarbeit mit dem Brettspielklub „Social Gaming Luxemburg“ einmal im Monat ein Spieleabend organisiert wird. Die nächste Ausgabe ist bereits am morgigen Mittwochabend in der Domino-Filiale.

Guter Riecher

Im Ringen um die Kundschaft mit dem Onlinehandel, der der Einzelhandelsbranche in den letzten Jahren schwere Einbußen beschert hat, glaubt Schmit über den Berg zu sein. „Es hat sich ein gewisses Gleichgewicht eingestellt. Außerdem schätzen viele Kunden die persönliche Beratung, die wir ihnen bieten.“ Neben dieser und einer gute Stimmung innerhalb der Belegschaft, die die Geschäftsführerin für enorm wichtig hält, versucht sie ihren Kunden stets Neues zu bieten. Auch deshalb arbeite sie gerne mit neuen Herstellern zusammen, die interessante Produkte bieten. „Vor allem Produkte, die in Europa produziert oder designt werden sowie ökologisches Spielzeug aus Holz interessieren mich. Denn auch das suchen unserer Kunden immer mehr.“

Um am Puls der Zeit zu sein und möglichst früh auf Trends reagieren zu können, ist Schmit viel im Ausland unterwegs, um sich inspirieren zu lassen sowie auch auf Fachmessen. „Außerdem machen sich unsere Mitarbeiter immer Notizen, wenn ein Kunde nach einem Produkt fragt, das wir nicht führen. Stellen wir fest, dass es oft nachgefragt wird, reagieren wir.“ So war das auch bei den aktuell sehr beliebten Fidget Spinners. Schmit hatte sich über dieses Gadget informiert und bei ihren Lieferanten angerufen.

„Als zu dem Zeitpunkt keiner sie im Sortiment hatte, meinte ich zu einem, der eng mit den USA zusammenarbeitet, dass er einige einfliegen lassen solle. Ich glaubte , dass es etwas Großes werden könnte.“ Zu der großen Hype in Luxemburg war Domino eines der ersten Geschäfte, das die Fidget Spinners hatte. „Für mich war es das erste Mal, dass ein Hype um ein Produkt global und nicht nur lokal war.

Trotz oder vielleicht wegen dieser Bereitschaft für Neues, habe Schmit bisher nur sehr wenige Ladenhüter zu verzeichnen gehabt. „Wenn etwas sich nicht gut verkauft, liegt es oft daran, dass es nicht gut präsentiert wurde, oder dass wir eben etwas zu früh mit dem Einkauf waren und der Trend noch nicht bei uns angekommen ist.“
www.domino.lu