LUXEMBURG
SVEN WOHL

Die Philharmonie feierte ihren 15. Geburtstag

Sie ist zweifellos eines der Kronjuwelen auf Kirchberg: Die Philharmonie begeistert jedoch nicht nur durch ihre Architektur, sondern auch durch ein breit aufgestelltes Programm. Nun feiert diese Institution des kulturellen Lebens in Luxemburg ihren 15. Geburtstag. Die Umstände erlegen den Besuchern zwar einige Einschränkungen auf, aber die Stimmung möchte man sich doch nicht verderben lassen. Am vorgestrigen Abend bot das Orchestre „Philharmonique du Luxembourg“ gemeinsam mit ihrem Chefdirigenten Gustavo Gimeno dem Publikum ein festliches Geburtstagskonzert. Dieses bestand aus der Ersten Symphonie von Johannes Brams und der Zwischenaktmusik Nummer 3 aus Franz Schuberts Musik zum Schauspiel Rosamunde, wie der Pressemitteilung zu entnehmen ist. Ebenfalls anwesend war Kulturministerin Sam Tanson (déi gréng), die sich glücklich darüber zeigte, wieder in die Philharmonie zurückkehren zu können. Ganz ähnlich erging es den Musikern des OPL wie auch dem Generaldirektor der Philharmonie, Stephan Gehmacher.

Es war ein langer Weg, bis das Großherzogtum seine Philharmonie erhielt und diese am 26. Juni 2005 ihre Türen öffnete. Über Jahre hinweg musste die Villa Louvigny für die Konzerte des OPL dienen. Nachdem Luxemburg-Stadt 1995 die europäische Kulturhauptstadt wurde, begann die Idee einer Philharmonie, Form anzunehmen. 2002 begannen die Bauarbeiten, um schließlich im Mai 2005 zu enden. Ein Musikfest, das über acht Tage andauerte, begleitete die Eröffnung. Bis heute konnte die Philharmonie insgesamt 2,5 Millionen Besucher empfangen. Stars aus der Klassik, des Jazz und der World Music waren hier bereits zu Gast. Bis Anfang 2020 konnte man 6.000 Veranstaltungen in der Philharmonie organisieren. In diesem Jahr soll zudem das fünfte „atlântico“-Festival und das 20. „rainy days“-Festival stattfinden. Dies bedeutet, dass bis heute jedes Jahr ein „rainy days“-Festival in der Philharmonie stattfinden konnte.

Große Feier verschoben

Eigentlich war eine andere Feier geplant gewesen. Das „Fräiraim Festival“ sollte den 15. Geburtstag gebührend feiern. Aufgrund der Pandemie kann diese jedoch nicht dieses Jahr stattfinden. Die Organisatoren haben sich dazu entschieden, das Fest im kommenden Jahr nachzuholen.

Immerhin kehrt nun nach und nach so etwas wie Normalität zurück in diese Kulturinstitution. In der vergangenen Woche konnte erstmals wieder ein Konzert organisiert werden. So trat unter dem Motto „Back to Live“ das Jazz-Trio Reis/Demuth/Wiltgen auf. Bis zur Sommerpause seien zudem noch weitere Konzerte geplant (siehe Infokasten).