LUXEMBURG
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Luxemburg feiert 100 Jahre Thronbesteigung von Großherzogin Charlotte - Film „Léif Lëtzebuerger“ in der Philharmonie gezeigt

Das laufende Jahr stand im Luxemburg unter anderem im Zeichen des 100. Jubiläums der Thronbesteigung von Großherzogin Charlotte: Am 15. Januar 1919 wurde die damals 23 Jahre alte Prinzessin Charlotte auf Schloss Berg als neue Großherzogin von Luxemburg vereidigt. Mit der Vorführung des Films „Léif Lëtzebuerger“ am gestrigen Spätnachmittag in der Kirchberger Philharmonie im Beisein der Mitglieder der großherzoglichen Familie wurde dieses Jubiläum offiziell begangen. Der Film wurde in der Originalversion (Luxemburgisch/Englisch/Französisch) mit französischen Untertiteln gezeigt.

Ein Blick zurück

Charlotte, die zweite Tochter von Großherzog Guillaume, wurde am 23. Januar 1896 geboren. Vor 100 Jahren, am 15. Januar 1919, bestieg sie den Thron unter schwierigen Bedingungen. In ihrer Ansprache sagte sie zwei Sätze, die sich als eine Art Leitfaden durch ihre gesamte Herrschaft ziehen sollten: „Je vivrai la vie de mon peuple dont je ne veux pas être séparée par aucune barrière. Je partagerai ses joies et ses souffrances“.

Ihre älteste Schwester Marie-Adélaïde hatte bekanntlich am 9. Januar 1919 zu ihren Gunsten abgedankt, aber der Fortbestand der Monarchie war nicht gesichert und war gar Gegenstand eines Referendums. Am 28. September 1919 sprachen sich fast 80 Prozent der Luxemburger für den Fortbestand der Dynastie aus und bestätigten Großherzogin Charlotte als Herrscherin. Am 6. November 1919 heiratet Großherzogin Charlotte ihren Cousin Félix von Bourbon-Parma. Doch schon bald stand eine weitere Prüfung für die Monarchie und das Land an: Am 10. Mai 1940 fielen deutsche Truppen unter Verletzung der Neutralität in Luxemburg ein. Zusammen mit ihrer Familie und der luxemburgischen Regierung musste Großherzogin Charlotte ins Exil gehen. Von London aus, wo die Exilregierung nun ihren Sitz hatte, ermutigte sie den luxemburgischen Widerstand durch wöchentliche Radiosendungen auf BBC und stärkte so das Gefühl der Einheit der Nation. Bei ihrer Rückkehr am 14. April 1945 wurde Großherzogin Charlotte von einer jubelnden Menschenmenge empfangen, für die sie zum Symbol des Widerstands des Landes geworden war.

Am 28. April 1964 ernannte Großherzogin Charlotte ihren ältesten Sohn Jean zum Statthalter und dankte am 12. November 1964 zu seinen Gunsten ab. Sie zog sich auf Schloss Fischbach zurück, wo sie am 9. Juli 1985 starb.