LUXEMBURG
MARGARIDA DE AMORIM

Luxemburg ist ein Einwanderungsland. Mehr als 60 Prozent der Einwohner haben einen Migrationshintergrund und viele haben Verwandte und Familie im Ausland. Dem sollte der Staat auch bei den Sonderurlaubstagen im Sterbefall Rechnung tragen, findet Margarida De Amorim, die zu diesem Zweck eine Petition gestartet hat. Bei Sterbefällen von Verwandten des zweiten Grades (Großeltern, Enkel aber auch Brüder und Schwestern) sollte mehr als nur ein freier Tag gewährt werden, um der Trauerzeremonie im Ausland beiwohnen und Abschied nehmen zu können.

„Auslöser für diese Petition ist eine persönliche Erfahrung. Als mein Bruder im vergangenen März verstorben ist, habe ich erfahren - was vielleicht viele Menschen nicht wissen - dass in diesem Fall nur ein Sonderurlaubstag vorgesehen ist. Doch in nur einem Tag Hin- und Rückflug ins Ausland zu absolvieren und dann noch an einer Trauerfeier teilzunehmen, ist einfach ein Ding der Unmöglichkeit.

Nun gibt es Leute, die sagen werden, dass die Betroffenen in diesem Fall einfach von ihren persönlichen Urlaubstagen Gebrauch machen sollen. Doch so einfach ist es in vielen Fällen eben nicht, weil solche familiären Zwischenfälle immer unerwartet auftreten und die Urlaubsplanung meist über einen längeren Zeitraum organisiert wird beziehungsweise kurzfristig kein Urlaub genehmigt werden kann. Als Lehrerin konnte ich mir beispielsweise nicht einfach so einen weiteren Tag nehmen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Menschen schon ähnliche Situationen erlebt haben. In Luxemburg leben nun einmal viele Menschen, die Angehörige im Ausland haben, innerhalb der portugiesischen Gemeinde natürlich, aber auch Luxemburger mit Verwandten in den USA beispielsweise. Aber auch Familien mit italienischen, französischen, belgischen oder deutschen Wurzeln würden davon profitieren, wenn statt heute einem in Zukunft zwei bis drei Tage gewährt werden. An dieser Stelle sei angemerkt, dass beispielweise in Portugal den Angehörigen im Sterbefall eines Familienmitglieds des zweiten Grades zwei Tage zustehen.

Auch wenn die Petition die für eine öffentliche Anhörung erforderlichen Unterschriftenanzahl nicht erreichen wird, so hoffe ich doch, so zumindest eine Diskussion angeregt zu haben und den Menschen, die eine ähnliche Situation durchgemacht haben, eine Stimme geben zu können.“