LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Regierung einigt sich nun auch mit Lehrbeauftragten

Nachdem sich die Situation der Lehrbeauftragten in den vergangenen 20 Jahren beständig verschlechtert hatte, konnte jetzt, nur 16 Monate nach der Gründung der ACEN („Association des chargés de l‘enseignement national“), eine Einigung mit der Regierung gefunden werden, die ACEN-Präsident Luc Wildanger auf einer gestrigen, gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Unterrichtsminister dann auch als „überfälligen ersten Schritt“ bezeichnete. Bei Claude Meisch sei man von Anfang an auf offene Ohren gestoßen, so dass die Gespräche dann auch in einem positiven Klima verlaufen seien.

Lehrbeauftragte leisten momentan ein Viertel aller Schulstunden imSekundarunterricht

Geeinigt hat man sich nun auf eine Reduzierung der „Tâche“ von derzeit 24 auf 22 Stunden innerhalb der kommenden drei Jahre, womit sie den verbeamteten Lehrern gleichgestellt werden. Von der Alters-„Décharge“ werden die „Chargés“ aber vorerst nicht profitieren. Auch soll für die Lehrbeauftragten ab dem Schuljahr 2017/2018 kein Koeffizient mehr unter 1 gelten, und sollen die „Chargés“ in Zukunft nach einer Berufserfahrung von mindestens 15 Jahren unter bestimmten Bedingungen (Beherrschung der drei Verwaltungssprachen, Examen bestehen) Zugang zur Beamtenkarriere erhalten.

Vor allem aber erhalten die Lehrbeauftragten, die im Monat bis zu 1.500 Euro brutto weniger verdienen als ihre verbeamteten Kollegen, in Zukunft einen festen Arbeitsvertrag (CDI), haben doch zur Zeit rund ein Viertel der „Chargés“ nur einen befristeten Arbeitsvertrag (CDD). Von den insgesamt 4.434 Lehrkräften im Sekundarunterricht sind deren 1.050 Lehrbeauftragte, die ein Viertel aller Schulstunden leisten. Mittelfristig soll die Zahl der „Chargés“ herabgesetzt werden, wie Claude Meisch gestern unterstrich.

In einem zweiten Schritt fordern die Lehrbeauftragten indes die Anerkennung ihrer Diplome, wobei diese Diskussionen aber im Rahmen der nächstjährigen Gehälterverhandlungen zwischen der Regierung und der CGFP geführt werden müssen. Gefordert wird eine dem Diplom angepasste Bezahlung.

Eine im Anschluss an die Pressekonferenz verschickte Mitteilung der ACEN ist in dieser Hinsicht dann auch mehr als deutlich: „Mir erkennen an dësem éischten Accord de gudde Wëlle vun der Regierung an hoffen, datt Ufank 2016 den zweete Schrëtt bei de Salairesverhandlunge gemaach gëtt“...