LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

ORK-Jahresbericht legt Schwerpunkt auf psychische Gesundheitvon Kindern und Jugendlichen

Das „Ombuds-Comité fir d’Rechter vum Kand“ (ORK) bedauert, dass der 2010 veröffentlichte Bericht „Für eine nationale Strategie zugunsten der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ nicht in einem „wirklichen Aktionsplan“ mündete, der die darin formulierten Empfehlungen in die Tat umsetzt. Für einen solchen plädiert das ORK in seinem neuen Jahresbericht, der einen thematischen Schwerpunkt auf die psychische Gesundheit legt.

Auch positive Entwicklungen

Darin begrüßt das ORK etwa die Bemühungen, das jugendpsychiatrische Angebot auszubauen. So soll etwa das Ettelbrücker CNHP in naher Zukunft in Putscheid über ein therapeutisches Zentrum verfügen für Jugendliche mit psychiatrischen Störungen. Positiv behält das ORK auch die Schaffung des „Centre KanEl“ für vorbeugende therapeutische Beratung zurück. Gleichzeitig ist die neutrale Anlaufstelle der Ansicht, dass es ein solches Angebot neben dem bestehenden in Esch/Alzette auch im Zentrum und Norden des Landes geben müsse.

Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit in der Schule, da hat auch das Schulklima einen Einfluss auf das psychische Wohlbefinden. Das ORK verweist auf Empfehlungen des Expertenkonsortiums Adocare wie die Vermittlung von Grundbegriffen der psychischen Gesundheit an Lehrkräfte. „In der Tat sind Lehrer dauerhaft im Leben der jungen Menschen präsent und in einer guten Position, um Probleme in einem frühen Stadium festzustellen“, argumentiert das ORK. Das Ombuds-Comité befürwortet ebenfalls die Idee, die schulpsychologischen Dienste (Sepas) um Krankenpfleger zu verstärken. Seiner Einschätzung zufolge fällt es Schülern einfacher, sich wegen körperlicher Symptome wie Unwohlsein, die psychisch bedingt sein können, an einen Krankenpfleger zu wenden, als spezifisch an einen Psychologen.

Ein anderer vom ORK hervorgehobener Aspekt ist die Einbindung der Eltern, die seiner Ansicht zufolge so früh wie möglich stattfinden müsse. Allerdings komme es auch auf die Qualität an. „Die psychiatrischen Dienste müssen die notwendigen personellen Ressourcen haben, um die Familie des Patienten respektvoll zu empfangen und zu begleiten“, schreibt das ORK. Ein besonderes Augenmerk legt das ORK auch auf die Übergangsmomente etwa von der kinder- zur jugendpsychiatrischen Abteilung. Das ORK hebt in diesem Zusammenhang vor allem den Bruch der psychiatrischen Behandlung beim Erreichen der Volljährigkeit hervor. Zu diesem Zeitpunkt verlasse der Betroffene den Zuständigkeitsbereich der Jugendpsychiatrie, ohne dass die vorherige Zusammenarbeit, beispielsweise mit einem Foyer, weitergeführt wird. Das ORK weist darauf hin, dass sowohl die Jugendschutzbestimmungen wie auch die „aide à l‘enfance“ vorsehen, dass eine Betreuung mit der Einverständnis des Betroffenen auch über das 18. Lebensalter hinaus fortgeführt werden können.

157 neue Dossiers in einem Jahr

Zwischen dem 1. November 2017 und dem 31. Oktober dieses Jahres hat das ORK 157 neue Dossiers behandelt. Die Hintergründe sind dabei äußerst vielfältig und betreffen etwa das Besuchs- oder Sorgerecht, Abschiebungen von Asylbewerbern, administrative Probleme oder das Bildungssystem. Zu den Aufgaben des ORK gehört unter anderem, Situationen, in denen die Rechte der Kinder nicht respektiert werden, zu untersuchen und Empfehlungen zu erlassen, um solche zu verhindern.