LUXEMBURG
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Das Stadtviertel Mühlenbach kurz präsentiert

Das im Norden der Hauptstadt gelegene Viertel Mühlenbach ist 311,13 Hektar groß. Hier lebten zum 31. Dezember 2018 insgesamt 1 .966 Personen. davon 29,60 Prozent Luxemburger und 70,40 Prozent Nicht-Luxemburg, wie den von der Stadt Luxemburg veröffentlichten Bevölkerungszahlen für das letzte Jahr zu entnehmen ist. Von den 119.214 Einwohnern, die die Stadt Luxemburg am 31. Dezember letzten Jahres zählte, lebten demnach nur 1,66 Prozent in Mühlenbach.

Das im Osten an Beggen und Eich, im Süden an Limpertsberg und im Westen an Rollingergrund/Belair-Nord angrenzende Stadtviertel Mühlenbach verdankt seinem Namen dem gleichnamigen Bach, an dem zahlreiche Mühlen angesiedelt waren. Im 13. Jahrhundert befand sich hier eine Getreidemühle. Anfang des 18. Jahrhunderts siedelten die Jesuiten in Mühlenbach eine Papiermühle an, wo das allererste luxemburgische Papier hergestellt wurde. Ab dem 19. Jahrhundert war das Viertel von zahlreichen Gärtnern bevölkert, die hier Gemüse und Obst, das sie auf den Märkten der Stadt verkauften, anbauten. Bis 1849 gehörte Mühlenbach noch zur damals eigenständigen Gemeinde Eich, danach zur Gemeinde „Rollengergronn“, die 1920 bekanntlich mit Luxemburg-Stadt fusionierte.

Pluspunkte des Viertels dürften die Grünflächen des „Eecherfeld“, des Dommeldinger Bergs und des in unmittelbarer Nähe gelegenen „Bambësch“ sein. Mit der Linie 21 der „Autobus de le ville de Luxembourg“ (AVL) ist Mühlenbach an das Stadtzentrum angeschlossen. Das Viertel verfügt über sechs Bushaltestellen.

Neben drei Spielplätzen findet man im Viertel Mühlebach das „Stade Mathias Mamer“, den Schießstand „Bambësch“ des Vereins „Flèche d’Or“ sowie die Anlagen des „Tennis Club Spora Bambësch“. Als erfolgreichen Sportverein des Viertels ist an dieser Stelle der „F.C. Blues Boys Muhlenbach“ zu nennen, der derzeit in der „BGL Ligue“, der höchsten Fußballliga des Landes, spielt.

Im Viertel Mühlenbach gibt es keine Grundschule. Die nächstgelegene Schule ist in Eich (151, rue de Mühlenbach). In Mühlenbach wird ab der Schulrentrée eine „Bëschspillschoul“ ihre Türen öffnen, 26 Kinder sind eingeschrieben. Sie werden bis 13.00 die Schule besuchen und danach, je nach Wunsch der Eltern, dort ganztags betreut werden.

In Mühlenbach angesiedelt ist darüber hinaus das CAPEL - „Centre d’Animation Pédagogique et de Loisirs“ der Stadt Luxemburg.

Foto: Editpress/Claude Lenert - Lëtzebuerger Journal
Foto: Editpress/Claude Lenert

Zuhause im Grünen | Neues Gebäude mit neun Sozialwohnungen in Luxemburg-Mühlenbach

In Mühlenbach, auf Nummer 5 der Rue Victor Ferrant, wurde am vergangenen 23. Juli ein neues Gebäude mit neun Sozialwohnungen der Stadt Luxemburg eingeweiht. Errichtet wurde das Gebäude auf einem 18,76 Hektar großen Grundstück mit starker Abschüssigkeit, dies nach den Plänen des Architektenbüros Metaform.

Am 23. November 2015 verabschiedete der Schöffenrat der Stadt Luxemburg das Vorhaben, ein Gebäude mit Sozialwohnungen in Mühlenbach zu errichten. Der Gemeinderat gab seine Zustimmung am 25. Januar 2016. Die definitive Bauerlaubnis wurde am 3. Juni 2016 erteilt. Am 15. März 2017 wurde die Baustelle in Angriff genommen und am 26. April 2017 der Grundstein gelegt.

Die neun Wohnungen sind zwischen 59 und 134 Quadratmeter groß. Im Erdgeschoss befinden sich zwei Wohnungen mit einem (insgesamt 67,05 Quadratmeter groß) beziehungsweise zwei Schlafzimmern (insgesamt 81,24 Quadratmeter groß). Die erste Etage begreift vier Wohnungen, davon eine mit einem Schlafzimmer (Gesamtgröße: 59,09 Quadratmeter) und drei mit zwei Schlafzimmern (73,30, 81,24 und 82,84 Quadratmeter groß). In der zweiten Etage sind zwei Wohnungen mit vier Schlafzimmern (134,30 und 126,36 Quadratmeter groß) untergebracht. In der dritten Etage findet man ein 98,42 Quadratmeter großes Apartment mit drei Schlafzimmern.

Jede Wohnung verfügt über einen PKW-Stellplatz: Zwei Stellplätze befinden sich im Erdgeschoss, sieben im Untergeschoss. Im Untergeschoss sind des Weiteren die Keller sowie ein Raum für die Abfall-Container untergebracht. Ein Abstellraum für Fahrräder, ein Allzweckraum, ein Trockenraum sowie die technischen Räumlichkeiten befinden sich im Erdgeschoss.

Das Gebäude in Mühlenbach schlägt mit einem Kosten von 4.221.758 Euro (alle Taxen eingerechnet) zu Buche. (JK)

Lëtzebuerger Journal

Im Dienst der Kinder und Jugendlichen | Das „Centre d’Animation Pédagogique et de Loisirs“ (CAPEL) in Mühlenbach

Im Stadtviertel Mühlenbach, in dem es bekanntlich kein Grundschule gibt, ist das CAPEL auf Nummer 4-10 der Rue de l’Ecole angesiedelt: Das 1983 gegründete „Centre d’Animation Pédagogique et de Loisirs“ (CAPEL) wurde im Sommer 2018 in das „Département Animations pédagogiques“ der Dienststelle „Foyers scolaires“ der Stadt Luxemburg eingegliedert. Da die Aktivitäten, pädagogischen Projekte und Angebote des CAPEL auch auf den Elementen des vom Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend vorgelegten Nationalen Rahmenplans zur non-formalen Bildung im Kindes- und Jugendalter („Cadre de référence national sur l‘éducation non-formelle des enfants et des jeunes“) beruhen, war dies ein, für die politischen Verantwortlichen der Stadt Luxemburg logischer Entwicklungsschritt.
Die Abteilung CAPEL arbeitet eng mit einer Vielzahl an internen und externen Dienststellen, Vereinigungen, Einrichtungen und sonstigen nationalen und internationalen Instanzen zusammen, um eine bestmögliche Durchführung ihrer Projekte zu gewährleisten.

Die Aktivitäten der Abteilung CAPEL kommen den Kindern der Grundschulzyklen 1.1. bis 4.2. und den Jugendlichen im Alter von zwölf bis 17 Jahren, die in der Stadt Luxemburg wohnhaft sind oder eine vom „Service Enseignement“ (Dienststelle Schulen) der Stadt Luxemburg geführte Grundschule besuchen, direkt zugute. Das CAPEL konzentriert seine Aktionen auf folgende Tätigkeitsbereiche.

Die Aufgaben des CAPEL

- die Organisation von Freizeitaktivitäten (zum Beispiel „Aktioun Bambësch“ oder „Jugend aktiv“)
- die Ausarbeitung pädagogischer Projekte
- die Umsetzung eines soziokulturellen Animationsprogramms
- die Schaffung von Spielbereichen
- die Organisation von Schulungen
- die Verwaltung der Kunstgalerie „Tunnel am Gronn“
- der Verleih von Spielen, Material und Dokumentationsunterlagen (zum Beispiel die Bücherschränke „Bicherschief“).

Lëtzebuerger Journal

Edle Kulturen in der „Millebaach“ | Zahlreiche Gärtnereien waren in vergangenen Zeiten in Mühlenbach angesiedelt

In den vergangenen Jahrhunderten war die „Millebaach“, wie so viele weitere heutige Stadtteile vielfach landwirtschaftlich geprägt. Mit dem Beginn der Stadtentwicklungen um das 16. Jahrhundert versorgten die Bauern zunehmend die Bevölkerung mit sogenannter „Gartennahrung“, die auf den Märkten angeboten wurde. Es kam im Laufe der Zeit zur Bildung eines neuen Berufszweiges, dem des Gärtners, der sich der gartenbaulichen Pflanzenproduktion innerhalb seiner umfriedeten Gärtnerei widmete, indes der landwirtschaftliche Ackerbau auf Feldern und Äckern in der freien Landschaft stattfand.

Um die Stadt Luxemburg herum entwickelten sich so zunehmend reine Gartenbaubetriebe, die sich von den Bauern abgrenzten und sich ausschließlich den „Gartengütern“ widmeten. Bekannt wurden vor allem die Floristen, die insbesondere den Limpertsberg mit ihren Rosenzüchtungen besiedelten sowie die Landschaftsgärtner, deren Kulturen entlang des Tals der Alzette von Eich über Bereldingen bis fast nach Walferdingen reichten.

Die einstigen Gemüsebauern ließen sich ebenfalls in diesem Tal nieder. Ausschlaggebend waren nicht nur das reichliche Angebot an fließendem Wasser, sondern vielfach auch die milden klimatischen Bedingungen, welche in einem solchen Tal vorherrschen, sowie der fruchtbare Boden innerhalb des Tales. Diese pflanzenwuchsförderlichen Umstände wurden von den ehemaligen Gärtnereien genutzt, welche sich ab den Stadtteilen Pulvermühl über Grund, Clausen, Pfaffenthal bis hin nach Eich erstreckten.

Nicht nur auf dem „Eecherfeld“ und in Rollingergrund befanden sich Gärtnereien. So die ehemalige bekannte Blumengärtnerei Welkenbach. Ende des 19. Jahrhunderts gab es mit Nicolas Linden einen weiteren Gärtner in Eich, derweil der gebürtige „Millebaacher“ Pierre Berchem in „Belle-Vue“ eine Gärtnerei eröffnete.

Auch in der „Millebaach“ selbst kamen zwei größere Gärtnereien zum Vorschein. Zum einen die des Jean-Baptiste Reichel-Lakaff, in der Rue Emile Metz in Eich-Mühlenbach. Am bekanntesten war allerdings Nic Meyer, dessen Gemüsezucht entlang der Schmalspureisenbahn des „Charly“ lag. Ihm wird nachgesagt, dass er seine Beete besonders sorgsam hegte und pflegte, damit die vorbeidampfenden Reisenden sich staunend ob der Qualität seiner edlen Kulturen überzeugen konnten.

Viele der einstigen Gärtnereien sind aus dem Stadtbild verschwunden. Schön ist, dass auch die „Millebaach“ ein Teil davon war und so auch mit seiner hortikulturellen Vergangenheit zur Entwicklung der Hauptstadt beitragen konnte. (Pier Buchholz)