LUXEMBURG
PW

Studie zum Obst- und Gemüseanbau in Luxemburg - Pioniergeist und Hürden

Die Defizite beim Obst- und vor allem beim Gemüseanbau - waren lange Zeit in Luxemburg so groß, dass es das Thema sogar bis in die omnipräsente Rifkin-Studie geschafft hat. Also musste etwas geschehen.

Lange Zeit lag der Anteil des heimischen Gemüses bei einem Prozent des inländischen Gemüseabsatzes, mittlerweile sind die Zahlen etwas besser - das Angebot ist um hundert Prozent auf einen Gesamtanteil von zwei Prozent geklettert. Daran haben auch neue Absatzformen und ein verändertes Verbraucherverhalten ihren Anteil. Um die generelle Frage des „Was tun?“ zu lösen, hat die technische Landwirtschaftsverwaltung (ASTA) am 20. Juli eine „Sektorielle Analyse des Gemüse- und Obstanbaus“ vorgelegt und dabei Chancen und Risiken offen gelegt. Zwar ist der Hektarertrag bei Gemüseanbau deutlich höher als bei anderen landwirtschaftlichen Produkten, aber die Probleme reichen von der Flächenverfügbarkeit über Wasserrechte bis hin zu gesetzlichen Unzulänglichkeit, so passen Betriebe der „Solawi“ (Solidarische Landwirtschaft) laut Studie in kein Förderungsschema.

Immerhin gab es 2017 über 70 Betriebe die 135 Hektar mit Gemüse- und Erdbeeranbau bewirtschafteten. Im Jahr 2000 waren es nur 16 mit sieben (!) Hektar. Bei den Stammobstbauern (Äpfel, Birnen, Kirschen etc.) ist zwar die Zahl der Betriebe gesunken, aber die Anbaufläche hat sich im selben Zeitraum auf 68 Hektar mehr als verdoppelt.

Das „Selbstversorgungspotenzial“ - ohne private Gärten - liegt bei Möhren und anderen Rüben bei 14 Prozent, bei Äpfeln immerhin bei 12 Prozent. Gurken, Kohl, Erdbeeren und Tomaten liegen bei einem Prozent oder noch darunter. Das ist ausbaufähig.

Stärken: Unternehmertum und Pioniergeist

Die Stärken der heimischen Gemüsebauern liegen in ihrer Marktnähe, Flexibilität, „Unternehmergeist“ - so heißt es wörtlich im ASTA-Bericht - und Bereitschaft eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Die Chancen in einem wachsenden Markt, der hohen Kaufkraft der Bevölkerung und dem Interesse an regionalen Produkten.

Neben den schon genannten Problemen, wie Flächenerwerb und Wassernutzung sind es vor allem der hohe Arbeitsaufwand die mangelnde Verfügbarkeit von Arbeitskräften. Lange Zeit wurden auch alle Gartenbau- Absolventen der Ackerbauschule in Ettelbrück vom Öffentlichen Dienst angezogen. Mittlerweile werden dort spezielle Ausbildungsgänge für Gemüsegärtner angeboten.