LUXEMBURG-STADT
JACQUELINE KIMMER

Offizieller Auftakt des Spendenmonats des Roten Kreuzes am hauptstädtischen Bahnhof

Eine Lokomotive in den Farben des Roten Kreuzes wird in den kommenden Wochen kreuz und quer durch das Großherzogtum fahren und symbolisiert auf ansprechende Art und Weise die Spendensammlung des Luxemburger Roten Kreuzes. In den kommenden Tagen und Wochen werden an die 2.000 ehrenamtliche Mitarbeiter des Roten Kreuzes in allen Haushalten des Landes vorsprechen und um eine Spende für das Rote Kreuz bitten. Gestern Vormittag wurde die „Rot Kreuz-Lokomotive“ (an der Spitze eines Zuges) auf Reisen geschickt. Dieser Akt, dem neben Michel Simonis, Generaldirektor des Luxemburger Roten Kreuzes, auch Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo und Hauptstadtbürgermeister Xavier Bettel sowie eine Reihe ehrenamtlicher Sammler beiwohnten, stellte auch den offiziellen Auftakt des Spendenmonats des Roten Kreuzes dar.

Soziale Lage in Luxemburgverschlechtert sich

Ganz im Zeichen der Solidarität sieht Rot Kreuz-Generaldirektor Michel Simonis die Spendensammlung 2013. Das während dieses Monats gesammelte Geld wird dringendst vom Roten Kreuz für seine Arbeit in den Bereichen Gesundheit, Soziales, Jugend und Dringlichkeitshilfe benötigt, so Simonis. Die Sammlung erbringt alljährlich um die 900.000 Euro.

Auch wenn die Lage bei uns im Vergleich zum Ausland viel besser ist, so Simonis, kennt Luxemburg auch besorgniserregende Zahlen was die Arbeitslosigkeit, und hier besonders die Jugendarbeitslosigkeit anbelangt. Um den jungen Leuten einen guten Start ins Leben zu ermöglichen, hat das Luxemburger Rote Kreuz vor einigen Jahren das Projekt „Perspectives“ ins Leben gerufen.

Ein weiteres Problem, das Michel Simonis auf Luxemburg zukommen sieht, ist die Armut. Immer mehr Menschen rutschen im reichen Großherzogtum durch das soziale Netz. Hierunter haben besonders die Kinder zu leiden, die vernachlässigt in Empfangsstrukturen aufgenommen werden müssen, was Simonis als „dramatisch“ wertete. Dramatisch ist auch die Tatsache, dass nicht alle Kinder hierzulande in Strukturen untergebracht werden können und somit ins Ausland geschickt werden müssen.

Um diesen Problemen entgegenwirken zu können, braucht das Rote Kreuz Geld. Geld, das hoffentlich bei der Sammlung zusammenkommt, so Simonis, der abschließend darauf hinwies, dass auch ein kleiner Betrag viel bringen kann.

Keine Alternative zur Solidarität

Auch für Minister Mars Di Bartolomeo gibt es keine Alternative zur Solidarität, dies besonders in Krisenzeiten. Sie verhindert, dass ganze Bevölkerungsschichten abgehängt werden. Di Bartolomeo erinnerte daran, dass das Luxemburger Rote Kreuz im kommenden Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiern kann und heute ist das Rote Kreuz wichtiger denn je. Weltweit, so der Minister, zähle das Rote Kreuz über 100 Millionen Mitarbeiter und sei somit der soziale Akteur mit der größten Akzeptanz seitens der Bevölkerung.

Anschließend kann Sozialminister Mars Di Bartolomeo, der bis vor einigen Jahren selbst als ehrenamtlicher Sammler für das Rote Kreuz tätig war, auf die Spendensammlung zu sprechen. Als Spendensammler lerne man Menschen aller Art kennen: Die Menschen mit einem Großen Herzen, die spenden, auch wenn sie in einer schwierigen finanziellen Lage sind, aber auch solche, die keine Hilfsbereitschaft zeigen. Die gestern auf die Reise geschickte Lokomotive in den Farben des Roten Kreuzes wertete der Minister als „ideales Zeichen der Solidarität“.