LUXEMBURG
CB

LIH und LNS: Luxemburg bekommt eigenes Sequenzierungszentrum

Nach einem Jahr währenden Verhandlungen hat das „Laboratoire national de santé“ (LNS) im Januar einen Kooperationsvertrag mit dem „Luxembourg Institute of Health“ (LIH) für den Aufbau des ersten nationalen Sequenzierungszentrums Luxemburgs (LuxGen) beschlossen. Die neue Technologieplattform soll laut Aussagen der beiden Akteure Biowissenschaftlern „Zugang zur Sequenzierungstechnologie der nächsten Generation (NGS) ermöglichen“. Bei diesen Verfahren können mehrere hundert Gene gleichzeitig gelesen werden. „Dabei wird sehr schnell und zu angemessenen Kosten die DNA des Menschen entschlüsselt, um eine Vielzahl von Informationen über dessen genetisches Erbgut in Erfahrung zu bringen und bei Anomalien genauere Diagnosen stellen zu können“. „Dank der Next-Generation-Sequenzierung können wir nun allen Labors, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen auf Wunsch genauere Analysen anbieten, mit deren Hilfe sich DNA-Anomalien, die bestimmte Krebsarten und genetisch bedingte Krankheiten verursachen, leichter feststellen lassen“, erklärt Dr. Daniel Stieber vom LNS, der LuxGen gemeinsam mit Dr. Gunnar Dittmar (LIH) koordiniert. Bislang mussten Forscher ihre Proben ins Ausland schicken.

Während die Sequenzierungsbibliotheken in zwei Satelliten-Labors im LNS und im LIH aufgebaut werden, wird die Sequenzierung an sich in der Genetikabteilung des LNS in Düdelingen angesiedelt sein. Durch diese Zusammenarbeit können die Kosten für die Anschaffung der notwendigen Geräte geteilt werden. Die Zusammenarbeit ermögliche aber auch, „unsere Sichtbarkeit zu verbessern“, so LNS-Direktor Professor Friedrich Mühlschlegel, der künftig mit dem CEO des LIH, Dr. Ulf Nehrbass, mitverantwortlich für LuxGen sein wird.