LUXEMBURG
PATRICK WELTER/LWM

Verleihung des fünften „BIO-Agrar-Präis“ durch Minister Schneider

Die Geschichte des luxemburgischen Biolandbaus ist noch gar nicht so alt, es gibt ihn erst seit 25 Jahren, als der Schank-Haff als erster auf Bio-Landwirtschaft umstellte. Noch jünger ist die Geschichte des „BIO-Agrar-Präis“, der gestern Abend zum fünften Mal vergeben wurde. Der Preis ist ein Indiz dafür, dass der Begriff Bio nicht nur bei den Verbrauchern sondern auch bei den Landwirten immer populärer wird.

Der „BIO-Agrar-Präis“ ist ein mit 4.000 Euro dotierter Förderpreis für Verdienste in der biologischen Landwirtschaft. Dieser Preis zeichnet Personen, Organisationen und Betriebe aus, die im Bereich der biologischen Landwirtschaft (Produktion, Verarbeitung, Handel, Forschung, NGO, u.a.) tätig sind, oder die besondere Leistungen für die biologische Landwirtschaft in Luxemburg erbracht haben. Er wurde im Rahmen des Nationalen Aktionsplanes für die Förderung der biologischen Landwirtschaft ins Leben gerufen. Ziel des Aktionsplanes ist die aktive Unterstützung, anhand einer Reihe verschiedener Maßnahmen, der Entwicklung der biologischen Landwirtschaft in Luxemburg. Die Preisträger wurden von einer zehnköpfigen Jury aus unterschiedlichen Bereichen der Landwirtschaft und der Verwaltung ausgewählt. Die innovativen Ideen, die für den Wettbewerb eingereicht wurden, sind nicht zu unterschätzen.

So wenig Futtermittel wie möglich zukaufen

Der „BIO-Agrar-Präis“ wurde im naturhistorischen Museum vom amtierenden (und vermutlich auch zukünftigen) Landwirtschaftsminister Romain Schneider vor zahlreichen Gästen, an den Betrieb von Mario Kleer aus Everlange verliehen. Eine „lobende Erwähnung“ (mention spéciale) erhielt der Betrieb von Francis Jacobs aus Kalborn. Thema des „BIO-Agrar-Präis“ 2013 war die autarke Futtermittelproduktion der Bio-Betriebe. Minister Schneider würdigte das Engagement von Mario Kleer und dessen Ziel die Produktion seines Tierfutters so autark wie möglich zu gestalten.

Mario Kleer

In der Begründung für den Preis heißt es: „Im Laufe der letzten Jahre hat Mario Kleer seinen Betrieb so weiterentwickelt, dass er so weit wie möglich alle benötigten Futtermittel für seine Tiere auf dem Betrieb produzieren kann. Einerseits hat er eine vielfältige Produktion auf dem Hof aufgebaut. Im Bereich des Pflanzenbaus begnügt Kleer sich nicht mit dem Anbau von Getreide. Seit acht Jahren hat er sich auch im Gemüsebau spezialisiert. Mutterkühe mit ihrer Nachzucht sowie Legehennen leben auf dem Hof. Andererseits hat Herr Kleer sich nicht gescheut, eine Kooperation mit dem Bio-Betrieb Houtmann einzugehen...“.

Francis Jacobs

Die „lobende Erwähnung“ (mention spéciale) für Francis Jacobs würdigt die Bemühungen, seinen Milchkühen soweit wie möglich selbst produzierte Futtermittel anzubieten.

Die Juroren meinten dazu: „...Jacobs hat auf seinem Betrieb den Pflanzenbau so organisiert, dass er zu 100% das Grundfutter für die Milchkühe auf dem Betrieb herstellen kann. Die Produktion vom Kraftfutter wird kontinuierlich optimiert, um nur noch Kraftfutter mit hohem Eiweißgehalt zuzukaufen...“.