LUXEMBURG
INGO ZWANK

Seit dem 1. Oktober: FSC Lëtzebuerg hat Standards weiter angepasst

Der „Forest Stewardship Council“ (FSC) ist eine internationale Organisation, „die eine umweltgerechte, sozial verträgliche und ökonomisch sinnvolle Bewirtschaftung der Wälder dieser Welt fördert. Denn der Wald soll als Ökosystem gesichert und trotzdem eine langfristige Nutzung von Holz sichergestellt werden.“ Gestern stellten Carole Sinner von der Natur- und Forstverwaltung und Pit Mischo, Präsident von FSC Lëtzebuerg, die Änderungen in den Standards für Luxemburg vor.

„Vor kurzem hatte FSC International nach Cancun/Mexiko eingeladen, um den 25. Jahrestag der Gründung einer weltweiten Waldzertifizierung zu feiern. Die damaligen Akteure, hauptsächlich WWF und Greenpeace, hatten sicher nicht an die Erfolgsstory geglaubt, die in den folgenden Jahrzehnten zustande kam“, sagt Mischo. Heute seien etwa 200 Millionen Wald in 83 Ländern zertifiziert und 36.000 Betriebe. „Seitdem hat sich enorm viel in Politik, Umwelt und Globalisierung des Handels getan. Es war demnach für FSC sehr wichtig, sich immer wieder in Frage zu stellen und die Grundprinzipien und Kriterien zu überdenken und anzupassen.“

Als Marketing-Instrument soll das FSC-Siegel Waldbesitzern einen Anreiz liefern, sich entsprechend zertifizieren zu lassen. „In Luxemburg beteiligen sich immerhin schon 41 Gemeinden, mit dem Staatswald sind rund 25,8 Prozent unter dem FSC-Siegel zertifiziert“, sagt Sinner mit Blick auf die zehn Prinzipien und die 70 Kriterien, die dann eingehalten werden müssen. Betrieben der Forst- und Holzwirtschaft soll es ermöglicht werden, ihre ökologische und soziale Verantwortung für den Erhalt der Wälder gegenüber der Öffentlichkeit und den Verbrauchern von Holzprodukten glaubhaft zu vermitteln. „Und das wird auch von uns kontrolliert“, sagt Sinner.

„Umgekehrt erlauben FSC-zertifizierte Produkte den Verbrauchern, ihre ökologische und soziale Verantwortung in ihrer Kaufentscheidung auszudrücken“, ergänzt Mischo. Den Rahmen der FSC-Zertifizierung setzen diese zehn Prinzipien und 70 Kriterien des FSC, die für alle Wälder der Erde gelten. Im Rahmen nationaler Prozesse werden Indikatoren und Möglichkeiten der Nachweisführung (Verifyer) entwickelt, mit denen die FSC-Prinzipien und Kriterien in einem bestimmten Land überprüft werden. Anfang Januar 2019 wurde die Fassung des Luxemburger FSC-Standards FSC International (A.C.) vorgelegt und auch abgenommen - und wird nun seit 1. Oktober durch FSC Luxemburg umgesetzt. Für die FSC-Prüfung lässt der FSC Zertifizierungsorganisationen zu und kontrolliert diese regelmäßig. „Diese prüfen Forstbetriebe und bescheinigen, dass ihre Bewirtschaftung dem jeweiligen nationalen FSC-Standard entspricht“, ergänzt Sinner. Parallel dazu überprüft der FSC die Konformität nationaler FSC-Standards mit internationalen Vorgaben und erkennt diese als verbindliche Grundlage für FSC- Zertifizierungen an.

Arbeiten im Wald sollen sicher und fair durchgeführt werden

Die Stärke der FSC-Zertifizierung liegt in der unabhängigen Beurteilung und Kontrolle von Waldbesitzern und dem international einheitlichen Prüfsystem. Einige Anpassungen im aktuellen Werk betreffen beispielsweise die Anti-Korruptionsregel oder auch die Gleichstellung, den Lohn und die Chance auf Weiterbildung.

„Das vorliegende Dokument ist sehr umfangreich, 76 Seiten, weil sehr detailliert. Es handelt sich dabei um klare, präzise Angaben zur Umsetzung und Kontrolle der Kriterien. Damit will FSC ausschließen, dass Lücken im System entstehen, die genutzt werden könnten, um die Zertifizierung zu hintergehen“, wie die Verantwortlichen betonen. Durch ein Dreikammersystem biete die Struktur von FSC die Gewähr, dass alle Interessengruppen gleichwertig eingebunden sind. „In allen FSC-Gremien sind die drei Interessengruppen Ökonomie, Ökologie und Soziales paritätisch und gleichberechtigt vertreten“, so Mischo. Die Idee der nachhaltigen Entwicklung wurde daher „1 zu 1“ in die Tat umgesetzt. Die FSC Kriterien würden in ökologischer, sozialer und forstwirtschaftlicher Hinsicht daher weit über die gesetzlichen Bestimmungen der einzelnen Länder hinaus.

Infos und das Dokument gibt es unter www.lu.fsc.org