LUXEMBURG
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Was im Falle eine Nuklearunfalls zu tun ist

Über die Sensibilisierungsmaßnahmen im Falle eines Nuklearunfalls möchte der LSAP-Abgeordnete Mars Di Bartolomeo in einer parlamentarische Anfrage Aufschluss von Gesundheitsminister Etienne Schneider (LSAP). In seiner Antwort weist Schneider darauf hin, dass jedes europäische Land seine Prioritäten und Objektive in Sachen Sensibilisierung im Falle eines Nuklearunfalls festlegt.

Besonders im Falle des Atomkraftwerks Cattenom, nur wenige Kilometer von der französisch-luxemburgischen Grenze entfernt gelegen, sei es „äußerst wünschenswert“, sich über Schutzmaßnahmen entlang der Landesgrenzen zu einigen. Deshalb habe sich das Gesundheitsministerium durch die „Division de la radioprotection“ der „Direction de a Santé“ stets für eine europäische Harmonisierung der nuklearen Notfalls eingesetzt. So fand beispielsweise im Juli 2017 auf Schloss Senningen ein Seminar statt, an dem sich die Entscheidungsträger in Sachen Verwaltung einer Krise und die Nuklear-Experten aus Luxemburg, Belgien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und der europäischen Kommission beteiligten. Die Teilnehmer setzten sich in erster Linie mit den Mechanismen der HERCA-WENRA-Herangehensweise auseinander, sagt Schneider.

Die HERCA-WENRA-Herangehensweise empfiehlt unter anderem, dass die Evakuierung in einem Radius von fünf Kilometern um die Atomkraftwerke herum vorbereitet werden muss, Schutzunterstände und die Einnahme von Jodtabletten in einem Radius bis zu 20 Kilometer sichergestellt sein müssen. Auch muss gewährleistet sein, dass die Evakuierung auf einen Radius von 20 Kilometern, die Bereitstellung von Schutzunterständen und die Einnahme von Jodtabletten auf einem Radius von 100 Kilometer ausgedehnt werden können, unterstreicht der Gesundheitsminister.

Ferner weist Schneider darauf hin, dass der Notfallinterventionsplan für Nuklearunfälle regelmäßig Anpassungen unterzogen wird.

Was nun die Sensibilisierungsmaßnahmen betrifft, so erinnert Schneider daran, dass im großherzoglichen Beschluss vom 11. August 1996 vorgesehen ist, dass „die Regierung vorsieht, dass die Bevölkerung, die von einem nuklearen Unfall betroffen sein könnte, über die jeweiligen sanitären Schutzmaßnahmen sowie das Benehmen im Falle eines nuklearen Notfalls informiert wird“.

Drei konkrete Sensibilisierungsmaßnahmen

Weiter sagt der Minister, dass die Regierung im Oktober 2014 drei konkrete Sensibilisierungsmaßnahmen der Bevölkerung umgesetzt hat. Sie hat eine Kampagne der Vor-Verteilung der, im Notfallinterventionsplan im Falle eines Nuklearunfalls vorgesehenen Jodtabletten gestartet. Jeder Einwohner des Großherzogtums wurde schriftlich über die Verteilung der Jodtabletten informiert. Mit diesen Schreiben konnte jeder Bürger eine Schachtel Jodtabletten bei seiner Gemeindeverwaltung oder in einer Apotheke seiner Wahl entgegennehmen. Die Schulgebäude und die Empfangsstrukturen wurden mit einem ausreichenden Vorrat ausgestattet.Darüber hinaus erhalten die Eltern jedes Neugeborenen je eine Schachtel Jodtabletten in der Geburtsklinik. Unter der Internet-Anschrift www.infocrise.lu kann jedes Unternehmen einen Vorrat an Jodtabletten bestellen. Ferner erinnert der Gesundheitsminister daran, dass jede Gemeinde über eine Reserve an Jodtabletten verfügt.

Unter www.infocrise.lu kann auch eine Informationsbroschüre „Que faire en cas d’alerte?“ in den Sprachen Deutsch, Französisch, Englisch, Portugiesisch und Luxemburgisch heruntergeladen werden, sagt Schneider.