LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Pachamama“ ist der erste abendfüllende Animationsfilm von „Doghouse Films“

Die luxemburgische Produktionsfirma „Doghouse Films“ wurde 2012 von David Mouraire und Pierre Urbain gegründet. Ihr Ziel ist es, Trickfilme zu realisieren. Nach ein paar Kurzfilmen bringen sie nun ihren ersten abendfüllenden Animationsfilm in die Kinos, „Pachamama“, eine französisch-kanadische Koproduktion. Am Mittwochabend fand die luxemburgische Premiere im „Utopia“ statt, im Beisein von Regisseur Juan Antin, Komponist Pierre Hamon, der ein paar präkolumbische Musikinstrumente vorstellte, die er für seine flotte Filmmusik benutzte, der Produzenten und der Filmcrew. In Luxemburg vertreibt Tarantula übrigens den Film.

Vom Feigling zum Helden

Der junge Inka-Junge Tepulpaï ist eher ein Feigling, bis zu dem Tag, als er einen Berg besteigt und dort die Feder eines Kondors findet. Nun fühlt er sich unbezwingbar. Am Tag, als er und Naïra der Erd-Göttin Pachamama ihren wertvollsten Besitz schenken sollen, um in den Stand der „Großen“ aufgenommen zu werden, wirft Tepulpaï nur ein paar Blumen in den Opfergraben, und er bleibt somit ein „Kleiner“. Naïra will ihr Lama Lamita opfern, doch im letzten Moment zieht eine Regenwolke auf, so dass der Schamane auf ihr Opfer verzichtet, weil er die Wolke als ein Zeichen von Pachamama deutet.

Ein Steuereintreiber vom Großen Inka kommt ins Dorf und nimmt nicht nur den Großteil der Ernte mit, sondern auch das Wak’a, eine Figur der Gottheit Pachamama, welche das Dorf beschützt. Seine Feder gibt Tepulpaï genug Mut, um die Verfolgung aufzunehmen, zusammen mit dem Gürteltier Kirkincho. Auch Naïra und Lamita schließen sich ihm an. Schließlich treffen sie in Cuzco ein, der Hauptstadt des Inkareiches und dem Sitz des Großen Inka.

Historischer Kontext

Die Geschichte in ihrem historischen und religiösen Kontext zu verstehen, ist sicher keine leichte Aufgabe, weder für Kinder noch für Erwachsene, die allenfalls wissen, wer die Inkas waren. Was den visuellen Aspekt der Zeichnungen angelangt, so sind die Landschaften stilisiert gezeichnet, und den Figuren fehlt es an detaillierter Mimik. Den Jugendlichen bleibt somit nur die einfach strukturierte Abenteuergeschichte, mit der sie etwas anfangen können. Die beiden Kinder und die Dorfbewohner sind die Guten, während der Große Inka und seine Gefolgschaft die Bösen sind. Und schließlich kommen noch schlimmere Gesellen ins Spiel, nämlich die spanischen Eroberer, die alles in Schutt und Asche legen.

Irgendwie kommt einem der Disney-Zeichentrickfilm „The Emperor’s New Groove“ in Erinnerung, der auch zur Zeit der Inka spielte, und in dem ein Lama eine wichtige Rolle spielte. Tepulpaï und Naïra sind wohl von Tieren begleitet, die nicht reden können, stehen aber stets mit hilfreichen Ideen zur Seite, die für ein paar Gags sorgen.

Der Film startet am 5. Dezember in den Kinos, sowohl in der französischen Originalfassung wie in der luxemburgischen Synchronisation, in der Pit Serrig und Liv Eischen die Rollen von Tepulpaï und Naïra sprechen. Am 1. Dezember werden bereits Vorpremieren der beiden Fassungen im „Kinepolis Kirchberg“ organisiert.