LUXEMBURG
SVEN WOHL

Geringverdiener profitieren bei den vorgestellten Wohnungshilfen am meisten

Der Wohnungsmarkt ist einer der ewigen Problemzonen des Großherzogtums, das zahlreiche Gemüter erzürnt. Das hat die Regierung bereits seit Jahren erkannt und wer einen Blick auf aktuelle Meinungsumfragen wirft, der wird feststellen, dass die Thematik auch für die Bürger von größtem Interesse ist. Der zuständige Minister, Marco Schank (CSV), präsentierte gestern neue Förderungen für nachhaltiges Wohnen.

Zahlreiche Gründe

Dass der Wohnungsmarkt sich in dem aktuellen Zustand befindet, läge dem Minister nach zumindest teilweise an der demographischen Entwicklung des Landes, die durchaus als rasant beschrieben werden kann. Aktuellen Statec-Zahlen zufolge liegt der Stand zum ersten Januar dieses Jahres auf 537.000 Einwohner. Das hieße, dass im Jahr 2012 12.000 neue Einwohner hinzugekommen sind. Das Innenministerium hat zeitgleich 4.134 neue Wohnungen genehmigt, zu denen sich noch 1.200-1.300 Wohnungen von „promoteurs publics“ gesellen.

Die Wohnungspreise sind natürlich dementsprechend gestiegen. Dabei handelt es sich aber nicht um den einzigen Faktoren: Während die Gehälter zwischen 2003 und 2011 um 22,6% gestiegen seien, während der das durchschnittliche Lebensniveau pro Kopf um 23,58% gesteigert hat. Dies hat einen zusätzlichen Einfluss auf die Preisentwicklung auf dem Wohnungsmarkt

Breites Paket mit Neuerungen

Um den Wohnungsbau anzutreiben und der aktuellen Preisentwicklung entgegen zu steuern, sind neue und aktualisierte Maßnahmen notwendig geworden. Zu den Neuerungen gehört ein Öko-Darlehen zum Nullsatz, der dazu dienen soll, die Sanierung von Gebäuden im Bereich der Energieeffizienz attraktiver zu gestalten. Nachhaltiges Wohnen soll dadurch interessanter gemacht werden. Auch deshalb sind die meisten Änderungen eben in diesem Bestandteil der Maßnahmen wieder zu finden. Altbausanierungen stehen hier ganz weit im Vordergrund.

Der Nullsatz soll hier vor allem Haushalten dienen, die nur über ein geringes Gehalt verfügen und deshalb im Normalfall oftmals nicht fähig oder bereit wären, eine solche Sanierung ohne Hilfe zu schultern. Für einen Kredit von bis zu 50.000 Euro übernimmt der Staat nicht nur die Zinsen, sondern stellt sich auch als Bürge zur Verfügung. Zusätzlich stellt der Staat auch noch kostenfrei eine Expertenberatung zur Verfügung, damit die Sanierungen möglichst effizient erfolgen können. Dabei soll das Haus im Optimalfall von der Klasse „I“ zur Klasse „D“ aufgewertet werden. Ebenfalls erleichtert und unterstützt werden soll in Zukunft der Einsatz nachhaltiger Baustoffe, die zu einer besseren Energieeffizienz der Gebäude führen sollen.

Ein Ansprechpartner für alle

Die Wohnungsbeihilfe im Falle vom Nachwuchs und die „bonification d’intérêts“ wurden dagegen gestrichen. Dafür wird allerdings eine einzige Stelle eingerichtet, bei der die Beihilfen angefragt werden können: Der sogenannte „service des aides au logement“. Dort werden dann sowohl die bereits beim Wohnungsministerium vermittelten Hilfen mit den Hilfen und Kompetenzen des Umweltministeriums angereichert. Damit soll ein einziger Ansprechpartner geschaffen werden, der den Menschen in allen Belangen, was die Beihilfen angeht, zur Verfügung stehen kann. Dies steht natürlich ebenfalls vor dem Hintergrund der „simplification administrative“.